
Die Wissenschaft Unterwasserarchäologie
AK-Sprecher
Mag.
Daniel Neubauer
akuw.office@gmail.com
Michael Konrad
akuw.office@gmail.com
Archäologie unter Wasser ist in seinen
Grundzügen eine eher neue Wissenschaft. Zwar wurden schon ab der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer wieder Befunde unter
Wasser entdeckt (z.B.: die Pfahlbauten am Attersee, Mondsee),
doch konnten diese, sofern sie nicht im Flachwasser lagen, nicht
planmäßig wissenschaftlich erforscht werden.
Erst mit der Verbreitung der Aqualunge
und dem darauffolgenden Boom im Sporttauchbereich wurde
international eine Masse an Fundstellen aufgespürt, welche auch
planmäßig erforscht werden. Doch erst relativ spät, ab den 60er
Jahren, erkannte man das Potential, welches unter Wasser
schlummert und nur darauf wartet, geborgen zu werden. Leider
wurde aufgrund des erst spät erwachten wissenschaftlichen
Interesses schon viel von unwissenden Laien zerstört. Hier
setzen die Unterwasserarchäologie-Arbeitskreise und -Vereine an
und hoffen mit ihrer Forschung und ihren Publikationen mehr
Wissen über die Unterwasserarchäologie vermitteln zu können.
Doch warum ist die Archäologie unter Wasser so
spektakulär? Die Antwort ist einfach: was an Land verrottet,
verrostet oder anderweitig vergeht, bleibt unter Wasser meist
besser konserviert – teils kann das komplette Schiff und auch
die Ladung geborgen werden.
(http://www.youtube.com/watch?v=qjcXHMaXVa4).
Unendlich schöne Schätze wie die VASA (http://www.youtube.com/watch?v=L8gpeTscEY4)
oder das Uluburun Wrack
(http://www.youtube.com/watch?v=HCxZTEK3z_c) konnten so
geborgen, ausgewertet und der Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt werden.
Auch die Lebenswelten der Menschen,
welche diese Schiffe steuerten und darauf lebten, können so
detailreicher rekonstruiert werden. In diesem Sinne hat die
Unterwasserarchäologie in den letzten Jahren auch international
einen mächtigen Schritt vorwärts gemacht und sich immer mehr zu
einer interdisziplinären Einheit zwischen
Geisteswissenschaft-Technik und Naturwissenschaft entwickelt.
Tec Diving, Deep Sea Exploration und neue, innovative Methoden
(z.B.: http://www.youtube.com/watch?v=34fTIMkBMNM
)
wie auch Theorien konnten hier dem Archäologen
bedeutende neue Einsichten liefern. Doch nicht nur neue, tiefer
gelegene Wracks wären zu explorieren, auch ganze Landschaften
wären in der Zukunft zu erreichen - man denke nur an die
Küstenregion, welche vor und während der Eisenzeit kilometerweit
vor der jetzigen lag, Jahrtausende lang bevorzugt besiedelt war
und nun perfekt konserviert auf die Entdeckung wartet.
Doch diese technischen Finessen sind eine Seite –
daneben werden auch im Low-Cost Sektor (meist
Flachwasserbereich) immer wieder Projekte umgesetzt – und hier
gilt es, neben der bloßen Technik auch als Taucher innerhalb der
von der Natur vorgegeben Limits fit zu bleiben, die
grundlegenden Techniken des Zeichnens und Vermessens zu erlernen
und so bei Flachwasserausgrabungen wie z.B. am Bodensee
(http://www.youtube.com/watch?v=Uh71z1lQoQw&p=1D8FF1917A5611E1&playnext=1&index=16)
oder auch in Flüssen selbst Hand anlegen zu können. In diesem
Sinne ist es wichtig, die Unterwasserarchäologie durch Vorträge
(www.oeguf.ac.at, www.tuwa.at) und praktische Übungen weiter
voranzutreiben.