Am 1. 2. 2002 fand ein Vortrag von Dr. Wiltschke-Schrotta und Doris Pany statt, es wurde die Besucherstromanalyse anlässlich der Eröffnung des Freilichtmuseums "Germanisches Gehöft Elsarn" vorgestellt. Weiters fand am 7. 5. als Vorbereitung zur Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie ein Diavortrag statt. Zielsetzung war es, den Teilnehmern der Lehrveranstaltung einen Eindruck der verschiedenen Themengebiete zu vermitteln. Die Tutoren der verschiedenen Fachbereiche stellten in einem kurzen Vortrag ihr Arbeitsgebiet vor. Dadurch sollte den Studenten bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung die Möglichkeit gegeben werden, sich mit den verschiedenen Lehrinhalten intensiv zu beschäftigen. Die Lehrveranstaltung fand vom 1.-3. 7. unter der Leitung von Dr. Helmut Windl und Mag. Hannes Herdits im Museum für Urgeschichte Asparn/Zaya statt. Schwerpunkte stellten die Herstellung von Objekten aus Knochen, Horn und Hirschgeweih, Holzverarbeitung, Produktion von Glasperlen nach latènezeitlichen Vorbildern, Keramikverarbeitung, Eisenverhüttung nach einem frühmittelalterlichen Befund, Eisenverarbeitung sowie Guss von Bronzeobjekten in verlorene Formen dar. Während dieser dreitägigen Lehrveranstaltung waren auch Studenten des Studienganges Archäometrie der Bergakademie Freiberg anwesend. Im Rahmen der Science Week konnten Mitglieder des Arbeitskreises die experimentelle Archäologie sowie das Fach Ur- und Frühgeschichte einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Fr. Dr. Rosemarie Leineweber / Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt war am 13. 6. auf Einladung des Arbeitskreises in Wien zu Gast und stellte die Ergebnisse ihrer letzten Versuche zur Brandbestattung im Rahmen des Vortrags "Experimente zur Kremation auf dem Scheiterhaufen nach Befunden der römischen Kaiserzeit Innergermaniens" vor.

Während des vom 3.-4. 8. stattfindenden Keltenfestes in Mitterkirchen I OÖ. wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises verschiedene Handwerkstechniken wie Holz- Geweih-, Leder- und Eisenverarbeitung, Glasperlenerzeugung, Keramikverarbeitung, Textilerzeugung und Nahrungsmittelwirtschaft gezeigt und vorgeführt. Die vom 11.-13. 10. in Oldenburg stattfindende Tagung zur Experimentellen Archäologie wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises besucht und dort endgültig beschlossen, die 11. Tagung Experimentelle Archäologie 2003 in Wien zu veranstalten. Am 31. 10. fand ein Vortrag von Dirk Vorlauf / Universität Marburg, Seminar für Vor- und Frühgeschichte, mit dem Titel "Archäologischer Befund und experimentelle Archäologie am Beispiel spätbronzezeitlicher Grabhügel auf den Lahnbergen bei Marburg statt. Im Mittelpunkt der experimentalarchäologischen Untersuchungen standen u. a. die Herstellung und Verarbeitung latenezeitlichen Glases. So konnten große Fortschritte im Bereich der Glasperlenproduktion gemacht werden. Ebenso wurden verschiedene Bauweisen für Glasverarbeitungsöfen getestet. Die Keramikgruppe des Arbeitskreises beschäftigte sich v. a. mit verschiedenen Brenntechniken, der Verlauf der Brände wurde mit Hilfe von Thermoelementen aufgezeichnet und genau dokumentiert.

Des weiteren wurde im Keltendorf Mitterkirchen ein Brennofen nach dem Befund aus Mannerdorf/March errichtet, auch im Archäologischen Erlebnispark Gabretta / Bayrischer Wald wurde von der Arbeitsgruppe ein Töpferofen nach latenezeitlichen Vorbild gebaut. Im Gegensatz zum vorigen Jahr stand heuer die Lederverarbeitung im Mittelpunkt. Es wurden Bundschuhe nach Vorbildern aus Hallstatt und Dürrnberg rekonstruiert. Ebenso wurden Schnabelschuhe nachgearbeitet. Die Orginale stammen aus dem Grab des Keltenfürsten von Hochdorf. Es wurde besonderes Augenmerk auf die Verwendung verschiedener Ledersorten und den Tragekomfort der Schuhe gelegt. Neben verschiedenen Brennversuchen zu Lehmfiguren nach Befunden vom Hundssteig / NÖ. und Wachtberg / NÖ. wurde der Hitzeeinwirkung auf Löss bei Feuerstellen verschiedene Experimente gewidmet. Es wurde die thermische Einwirkung auf die Steine, den umgebenden Löss sowie die danach erfolgte Aschenverlagerung untersucht.In Schwarzenbach wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises mit der Rekonstruktion einer keltischen Ansiedlung nach vor Ort ergrabenen Befunden begonnen. Es wurde ein Handwerksgebäude in Pfostenbautechnik mit Riegelwänden sowie ein Speicherbau in Ständerbautechnik auf einen Schwellenkranz gebaut. Dies bot Gelegenheit, verschiedene Fabrikationstechniken der zur Deckung verwendeten Legschindeln zu erproben. In Hallstatt wurden in Fortsetzung der Experimente zur Holztechnik der Spätbronzezeit ein Blockhaus (7x4m) ausschließlich mit Bronzewerkzeugen errichtet. Im Rahmen der Eröffnung der Touristenstrecke am Salzberg am 15. 6. wurde dieses der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und neben der Holz- und Geweihverarbeitung auch Eisen-, Keramik und Textilverarbeitung gezeigt.

Während der "Langen Nacht der Museen" wurden im Naturhistorischen Museum sowie im Burgenländischen Landesmuseum Eisenverarbeitung, Lederbearbeitung und Holz-, Knochen- und Geweihverarbeitung durch Arbeitskreismitglieder vorgestellt. Beim Tag der offenen Tür in Stillfried an der March konnten textile Techniken, Schmieden, Holz- und Keramikverarbeitung gezeigt werden. Weiters wurden beim Tag der offenen Tür der Grabung in Raabs a. d. Thaya / NÖ. und Unterpullendorf / Bgld. verschiedene Handwerkstechniken vorgeführt werden.

Mathias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 14/3, 2003, 7–8.

Teilen

E-Mail - Verteiler

Terminkalender

September 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1
September 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1