Im Rahmen eines Arbeitskreistreffens fand am 27. März ein Vortrag von Wolfgang Lobisser zur kaiserzeitlichen Holztechnologie und ihre experimentalarchäologische Umsetzung beim Bau eines Freilichtmuseums statt. Als Vorbereitung zur Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie im Sommersemester 2001 wurde am 2. Mai ein Vortrag abgehalten. Ziel dieses Diavortrages war, dass die Tutoren der verschiedenen Fachbereiche ihr Arbeitsgebiet vorstellten und dadurch die Teilnehmer der Lehrveranstaltung einen ersten Eindruck der verschiedenen Themengebieten bekommen konnten. Weiters war dadurch den Studenten bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung die Möglichkeit gegeben, sich mit den verschiedenen Lehrinhalten zu beschäftigen. Die Lehrveranstaltung fand vom 2. bis 4. Juli 2000 unter der Leitung von Helmut Windl und Hannes  Herdits im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya statt. Schwerpunkte waren die Textilverarbeitung, Keramikproduktion, Versuche zur Verhüttung von Silbererzen, Eisenverarbeitung, Guss von Bronzeobjekten in verlorener und zweiteiliger Form, Herstellung von Objekten aus Horn, Knochen und Hirschgeweih und die Produktion von Glasperlen nach latenezeitlichen Vorbildern. Die vorjährigen Experimente zu unterschiedlichen Gerbemethoden von Leder wurden fortgesetzt und verschiedene Versuche zur Verarbeitung durchgeführt. Die Herstellung von hallstattzeitlichen Bundschuhen stellte dabei einen besonderen Schwerpunkt dar. Die Experimente zur Glasherstellung und Reproduktion von Glasfunden der vorrömischen Eisenzeit wurden weitergeführt. Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Verbesserung des Glasofens gelegt, dessen thermische Ausnutzung optimiert werden konnte. Da archäologische Befunde aus dieser Zeit völlig fehlen, könnten diese Experimente bei der zukünftigen Auffindung prähistorischer Glasofenbefunde dienlich sein. Der Rekonstruktion textiler Techniken, besonders die Grundaufbereitungsarten wurden untersucht. Neben verschiedenen Spinn-, Dreh- und Flechttechniken wurden auch unterschiedliche Webtechniken erforscht. So wurde der Rekonstruktion hallstattzeitlicher Borten besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Mitte Mai hielt Herbert Westphal / Museum in der Kaiserpfalz / Paderborn einen Vortrag zu schmiedetechnischen Untersuchungen frühmittelalterlicher Waffen. Während der Feier "Inside - Outside" zum 20jährigen Bestehen des WUK - Werkstätten und Kulturhaus bot sich für den Arbeitskreis die Gelegenheit, sich in einem künstlerischen Rahmen präsentierten.

Vom 2. bis 3. Juni 2001 fand in Elsarn bei Krems / NÖ. das Eröffnungsfest des neuen Freilichtmuseums statt, wo ein bäuerlicheres Anwesen nach archäologischen Befunden der Römischen Kaiserzeit errichtet wurde. Im Rahmen dieses Eröffnungsfestes wie auch während der "Langen Nacht der Museen" am 9. Juni 2001 präsentierten Mitglieder des Arbeitskreises mit verschiedenen Ständen ihre Arbeit. Die Errichtung einer nach spätbronzezeitlichen Befunden rekonstruierten Blockwanne in Hallstatt / OÖ. sowie einer latenezeitlichen Traufengasse in Schwarzenbach / NÖ. bot Gelegenheit zu Erprobung und Vergleich verschiedener, nach Originalen rekonstruierter Eisen- und Bronzewerkzeuge. Basierend auf den Funden aus den latenezeitlichen Werkzeugdepots vom Gründberg / OÖ. wurden einige dieser Werkzeuge nachgeschmiedet und auf ihre Einsatzmöglichkeiten hin geprüft. Ebenso wurde eine hallstattzeitliche Frauentracht für museumspädagogische Zwecke hergestellt. Vom 15. bis 18. August 2001 fand ein Arbeitstreffen im Freilichtmuseum Asparn / Zaya statt, in dessen Rahmen mit gegenseitiger Unterstützung der Mitglieder verschiedene Experimente durchgeführt wurden. So wurden zum Beispiel Vorversuche zur prähistorischen Lebensmittelwirtschaft angestellt, die Herstellung von Käse wurde erprobt.

Vom 18. bis 21. Oktober fand die Tagung zur Experimentellen Archäologie in Eindhoven / NL statt, an der einige Mitglieder der Arbeitskreises teilnahmen. Gegen Ende des Jahres wurden die redaktionellen Arbeiten zur Sondernummer der Archäologie Österreichs mit dem Titel "Experimentelle Archäologie - Einen Versuch ist es wert" abgeschlossen. Im Laufe des Jahres 2001 waren die Mitglieder des Arbeitskreises bei verschiedenen Festen und Veranstaltungen in Asparn / Zaya, Eisenstadt, Güssing, Hallstatt, Ottenstein und Schwarzenbach vertreten, wo mittels Vorführungen bereits durchgeführter Experimente versucht wurde, das Tätigkeitsfeld des Arbeitskreises einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Matthias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 13/3, 2002, 6–7.

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