Auch im letzten Jahr wurden von den Mitgliedern des AK Experimentelle Archäologie wieder einige Experimente und Aktionen durchgeführt.

So trafen sich in der Alten Mühle in Rechnitz regelmäßig studentische Arbeitsgruppen, um ihre Versuche durchzuführen (den Verantwortlichen seitens der Gemeinde Rechnitz sei an dieser Stelle herzlichst gedankt). Dabei wurde ein vor Ort anstehendes Eisenerz verhüttet, sowie ein Versuch zur Verhüttung von sulfidischem Kupfererz im Grubenofen gestartet, der in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Weiters führten im Juni und August 2011 MMag. Irmgard und Dr. Franz Schatz Experimente zur hallstättischen Eisenverhüttung durch. Als Vorbild dienten die Verhüttungsgruben der Siedlung Waschenberg, Bad Wimsbach-Neydharting/OÖ. (Lit.: M. Pertlwieser, JB. OÖ Mus.Verein, Linz 1969, 1970, 1971, I. Schatz, Diplomarbeit, Wien 2005). Die Ofengrube wurde durch einen tönernen Kaminaufsatz (Dm = 35 cm, H = 35 cm) ergänzt. Als Ausgangserz wurde vorgerösteter Limonit aus Elsarn verwendet, als Brennstoff und Reduktionsmittel diente Buchenholzkohle.

Bei den Reduktionsversuchen wurde zunächst nur Magnetit erzeugt, bei etwas veränderten Arbeitsbedingungen (Einbringen der Düsen in tieferen Ofenbereich) auch das Metall, wahrscheinlich hauptsächlich in Form von Gusseisen. Die Versuche sollen im Sommer 2012 fortgesetzt werden.

Weiters trafen einander Mitglieder des AKs öfters im Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn a. d. Zaya um im Zusammenhang mit der Eisenverarbeitung (Verschmieden von Eisenluppen unterschiedlicher Qualität) verschiedenste Experimente und Versuchsanordnungen durchzuführen.

Der Arbeitskreis Experimentelle Archäologie möchte sich herzlichst bei Univ.-Prof. Dr. G. Sperl/Leoben für die Spende eines elektronischen Gebläses und des dazugehörigen Equipments bedanken! Im Heimatmuseum Neunkirchen wurde von Mitgliedern des AKs mit dem Bau einer bronzezeitlichen Kupferverhüttungsanlage begonnen. Während des darauf folgenden Tages der offenen Tür nutzten die Mitglieder des AKs die Möglichkeit, die praktische Seite der Experimentellen Archäologie einer breiten Öffentlichkeit darzustellen. Helmut Windl nahm an der von Rengert Elburg, Wulf Hein und Werner Scharf organisierten Experimentserie zum Eichenfällen mit Steindechseln teil, die auch heuer wieder in Ergersheim, in der fränkischen Schweiz, fortgesetzt wird. Die bisher erzielten Ergebnisse sollen mit denen von parallel geschäfteten Äxten verglichen werden, außerdem sollen auch erste Vorversuche zum Brunnenbau durchgeführt werden.

Die nun schon länger existierende Werkstatt von Mitgliedern des AKs erfreut sich reger Benützung und konnte z. B. auch in den Lehrveranstaltungsablauf der Vorlesung zur Experimentellen Archäologie eingebaut werden.

Michael Konrad

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 23/3, 2012, 9–10.

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