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Seit langen Jahren ist der AK Experimentelle Archäologie bemüht, einen Werkstättenbereich in leicht erreichbarer Nähe der Universität Wien zu finden. Im vergangenen Jahr gelang es endlich, ein Kellerlokal anzu­mieten, das alle Voraussetzungen für einen experimentalarchäolo­gischen Arbeitsbereich erfüllt. Die gemeinsamen Anstrengungen der AK-Mitglieder galten somit in erster Linie der Schaffung der nötigen Infrastruktur. Mittlerweile konnten schon einige Experimente und Unter­suchungen vor allem im Bereich Metallbearbeitung und -verarbeitung sowie Feinschmiedetechniken durchgeführt werden. Aktuell bietet die Werkstatt des AK die Möglichkeit, ein großes Spektrum von Fragestel­lungen durch experimentalarchäolgische Untersuchungen abzudecken. Bronzeguss, Metallbearbeitung im Allgemeinen, Feinschmiedetechniken, aber auch Holzbearbeitung, Knochen- und Geweihbearbeitung, Töpfe­rei und Steinbearbeitung, um nur einige zu nennen, können nunmehr kurzfristig durchgeführt werden.

Eine weitere große Freude ist die Etablierung von insgesamt drei Lehrveranstaltungen zur experimentellen Archäologie (Theorie, Pra­xis und die Vermittlung von experimentalarchäologischen Inhalten) im Studienprogramm des Institutes für Ur- und Frühgeschichte, die ver­mehrt auch von jüngeren Mitgliedern des Arbeitskreises getragen werden. Auch hier ist die Nutzung des Werkstättenbereichs zur Vor­bereitung vor allem des Praxisteiles von entscheidendem Vorteil. Zu­sätzlich zum regen Zuwachs, den der AK Experimentelle Archäolo­gie in den letzten Jahren erfahren hat, wird die steigende Akzeptanz und Wertschätzung der Methode der experimentellen Archäologie zur archäologischen Erkenntnisfindung durch all diese positiven Ent­wicklungen unterstrichen.

Matthias Kucera

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 21/3, 2010, 6.