Da sich Österreich als das Land der Musik rühmt, aber noch keinen Arbeitskreis für Musikarchäologie besaß, wurde dieser auf mein Betreiben hin am 12. März 2007 in einer ÖGUF-Sit­zung gegründet. Unser Arbeitskreis zählt mittlerweile 20 Mitglie­der.

Mit Hilfe etlicher KollegInnen haben wir eine umfangreiche Literaturliste, eingeteilt in Epochen, erstellt, und an alle Mitglie­der des Arbeitskreises verschickt. Diese Liste wird durch neue Zitate immer wieder ergänzt. Weiters haben wir auf Grund von Publikationen begonnen, eine Datenbank von erhaltenen ur­und frühgeschichtlichen Musikinstrumenten sowie bildlichen Darstellungen aufzubauen, deren Schwerpunkt auf Österreich und seinen Nachbarländern liegt, aber auch Funde anderer europäischer Länder beinhaltet. Diese Datenbank wird ein Fun­dament für künftige Forschungen sein. Ein weiteres Projekt in Planung umfasst eine Sammlung von CDs mit ur- und früh­geschichtliche Klängen.

Im September und Oktober machten wir im kleinsten Kreis un­sere ersten Versuche, aus geputzten Knochen und ausgehöhl­ten Holunderstäben Flöten und Pfeifen zu basteln, um das Prin­zip der Tonerzeugung zu ergründen. Da wir unsere Fertigkeiten im Flötenbau verbessern wollen, fand am 5. Dezember ein Truthahnkeulenessen statt, um an das begehrte Material zu kom­men.

Am 11. Oktober 2007 hielt Albin Paulus, Musiker und Musik­wissenschafter, eine Einführung in Instrumentenkunde und prä­sentierte dabei auch etliche selbstgebaute Stücke, was großen Anklang fand. Der erste offizielle Vortrag unseres Arbeitkreises fand am 10. Jänner 2008 statt. Dr. Alexandrine Eibner berichtete vor vollem Hörsaal über ihre Forschungen zum Thema „Musik­leben in der Eisenzeit“ . Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen. Er zeigte unter anderem auch auf, wie viel auf diesem Gebiet und im Speziellem dem Erklingen urgeschichtli­cher der Instrumente noch zu tun ist.

Die VortragsKonzertreihe „Musik & Archäologie“ hatte im Novem­ber 2007 mit den Themen „Feuer und Flamme“ und „Made of Wood“ im Naturhistorischen Museum erfolgreich begonnen und wird 2008 mit vier Abenden fortgesetzt werden. Die nächsten zwei Termine finden am 10. und 24. April 2008 statt. Sie sind der Metallurgie mit Kompositionen für Percussioninstrumenten und der Steinzeit mit Klängen paläolithischen Musikinstrumente ge­widmet. Mein besonderer Dank für das Zustandekommen der Reihe gilt dem Naturhistorischen Museum und dem Förderer WIENKULTUR.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 19/3, 2008, 7.

 

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