Im Studienjahr 2002/2003 fanden wieder zahlreiche Aktivitäten des Arbeitskreises statt. Den Auftakt bildete eine auf Initiative von K. Grömer durchgeführte Exkursion nach Oberösterreich. Diese bildete den Anlass zu einem Treffen mit Kollegen aus Bayern. Da Oberösterreich im Neolithikum die kulturelle Übergangzone von Ost nach West bildete, erschien es wünschenswert, diesem Umstand durch ein Treffen zwischen Fachkollegen aus Bayern und Ostösterreich Rechnung zu tragen. Aus Deutschland waren B. Engelhardt, K. Böhm, I. Bürger und K. Riedhammer angereist, aus Wien konnten E. Ruttkay, G. Trnka und M. Derndarsky zur Mitfahrt gewonnen werden, aus der Slowakei war J. Pavuk zu uns gestoßen. Bei der Präsentation und anschließenden Diskussion der oberösterreichischen Fundmaterialien konnte jeder der Teilnehmer über die ihm vertrauten Teile der jeweiligen Inventare referieren und einiges zur Klärung der Verhältnisse der miteinander verschränkten Kulturgruppen des oberösterreichischen MitteIneolithikums beitragen. Nicht zuletzt aufgrund der freundlichen Aufnahme durch die beiden Gastgeber J. Leskovar (OÖLM) und E. M. Ruprechtsberger (Museum NORDICO) war diese Veranstaltung sehr gut gelungen und für jeden der Teilnehmer ein große Bereicherung.

Bereits wenige Tage später, am 8. 3. 2002 wurde die seit längerem geplante Exkursion zusammen mit dem Arbeitskreis Paläolithikum durchgeführt. Ziel war das sogenannte Plateaulehmpaläolithikum des Waldviertels. Da sich dieses Phänomen zeitlich nicht auf das Paläolithikum beschränken lässt, war ein Besuch auch für uns "Neolithiker" von großem Wert und Interesse. Im Laufe des Tages konnten sich alle Exkursionsteilnehmer ein gutes Bild von der Erscheinungsform der FundsteIlen und den auftretenden Funden machen. Da es sich zumeist um Artefaktstreuungen auf oder nahe bei natürlichen Rohmaterialvorkommen handelt, war die Fundausbeute teilweise beachtlich. Repräsentative Proben wurden der Lithothek des Instituts für Ur- und Frühgeschichte zugeführt. Aufgrund der räumlichen Nähe nutzten wir auch die Gelegenheit, den eponymen Fundort der Wolfsbach-Gruppe des Epilengyel zu besichtigen.

Neben diesen Aktivitäten, die uns in Gelände führten, konnten wir auch heuer wieder zu interessanten Vorträgen einladen: Den Anfang machte N. Kalicz, der am 9. 4. über das spätbronzezeitliche Gräberfeld von Budapest-Bekesmegyer sprach. Es war dies seit sehr langer Zeit der erste Vortrag zu einem bronzezeitlichem Thema, er erfreute sich sehr regen Interesses. Am Dienstag, dem 13. 5. folgte der Vortrag von Z. Özmar über die neuen Forschungen zur relativen Chronologie der Bandkeramik in Mähren. Da Mähren kulturell eng mit Ostösterreich verbunden ist, sind von diesen neuen Forschungsergebnissen auch starke Impulse für unseren Raum zu erwarten. Auch dieses Referat traf auf lebhaftes Interesse, was sich auch bei der regen Beteiligung an der nachfolgen Diskussion zeigte, die in bewährter Weise ihren Ausklang in einem Postkolloquium in einem nahegelegenem Lokal fand.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 14/3, 2003, 6–7.

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