Auf Einladung des AK Unterwasserarchäologie hielt Beat Eberschweiler, Büro für Archäologie der Stadt Zürich, einen spannenden Vortrag über die spätbronzezeitliche Siedlung Böschen am Greifensee. "Vor etwa vier Jahren endete im Greifensee bei Zürich eine der grössten unterwasserarchäologischen Unternehmungen in einem Binnensee. Taucher dokumentierten ein 1048 v. Chr. erbautes, nur kurzzeitig bewohntes Dorf mit 24 Hausgrundrissen. Sie bargen dabei einmalige Holzbauteile und grosse Mengen an Fundmaterial, so beispielsweise über 2 t Keramik. Die Erhaltungsbedingungen des Bauholzes sowie die Fundlage von Vorratsgefäßen, Webgewichten, Werkzeugen und Schmuck in und bei den Häusern erlauben einen faszinierenden Einblick in Bau und Organisation eines spätbronzezeitlichen Seeuferdorfes" (aus der Vortragsankündigung).

Daneben wurde fleißig an der Erstellung eines Vortragsschemas zum Schutz bzw Sensibilisierung unterwasserarchäologischer Funstellen weitergearbeitet. Dabei gilt es, vor Heimatvereinen, Tauchschulen und anderen Vereinen das Bewusstsein für unsere jetzt unter Wasser liegende Vergangenheit zu stärken. Mittlerweile ist es in Tauchkreisen (die berühmten schwarzen Schafe ausgenommen) gang und gäbe, Fauna und Flora zu respektieren, also keine Fische zu harpunieren und Pflanzen zu rupfen. Warum unsere eigene Vergangenheit aber schonungslos geplündert wird, ist nicht verständlich. Hier wollen wir erklärend wirken.

Christian Stradal

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 12/3, 2001, 13–14.

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