Im Laufe des Sommersemesters 2004 wurde von Birthe Haak einen Vortrag mit "Über jeden Dreck erhaben - Trippen, eine mittelalterliche Schuhform in der Praxis" gehalten, der gut besucht war.

Die Lehrveranstaltung "Experimentelle Archäologie" fand vom 30. Juni bis 3. Juli 2004 im Museum für Urgeschichte in Asparn an der Zaya statt. Die Arbeitsschwerpunkte wurden auf Produktion von Glasperlen nach latènezeitlichen Vorbildern, die Herstellung von Objekten aus Knochen, Horn und Hirschgeweih, Holzverarbeitung, Keramikverarbeitung, Eisenverhüttung nach einem frühmittelalterlichen Befund, Eisenverarbeitung sowie Kupferverhüttung nach spätbronzezeitlichem Vorbild gelegt. In Vorbereitung zur Lehrveranstaltung fand während der ersten Maihälfte ein Diavortrag statt, mit dem die Tutoren der Lehrveranstaltung ihre verschiedenen Arbeitsgebiete vorstellten, um den Teilnehmern der Lehrveranstaltung einen Einblick in die verschiedenen Fachbereiche zu geben. Dadurch sollte den Studenten bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung die Möglichkeit geboten werden, sich mit den verschiedenen Lehrinhalten intensiv zu beschäftigen. Während dieser viertägigen Lehrveranstaltung waren auch Studenten aus Bamberg anwesend.

Während des am 3. und 4. August 2004 stattfindenden Keltenfestes in Mitterkirchen (OÖ.) wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises die Handwerkstechniken Keramikverarbeitung, Glasperlenerzeugung sowie Eisen-, Holz-, Geweih- und Lederverarbeitung, Textilerzeugung und Nahrungsmittelwirtschaft präsentiert. Frau Katrin Kania von der Universität Bamberg zeigte in ihrem Vortrag "Archäologie mit Nadel und Faden - Möglichkeiten der Experimentellen Archäologie" verschiedene Trage- und Rekonstruktionsmöglichkeiten von mittelalterlichen Kleidungsaccessoires.

Im November wurde von Matthias Kucera ein Vortrag zum Thema "Das Experiment in der Archäologie" gehalten, der wie der vorangegangene sehr gut besucht war.

Am 18.  September wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises während eines Tages der offenen Tür in Unterrabnitz (Bgld.) verschiedene Eisenverarbeitungs- und Verhüttungstechniken vorgeführt. Ebenso wie in den Jahren davor machten Mitglieder des Arbeitskreises während verschiedener Festveranstaltungen, wie in Mitterkirchen oder in Schwarzenbach, diverse Handwerkstechniken wie Holz-, Geweih-, Leder-, Eisen- und Keramikverarbeitung, Glasperlen- und Textilproduktion sowie Nahrungsmittelwirtschaft einem breitem Publikum zugänglich.  Im Mittelpunkt der experimentalarchäologischen Untersuchungen stand unter anderem die Rekonstruktion einiger Funde aus der Sammlung der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums. Dabei handelt es sich um einen Bundschuh aus Schweinsleder, um ein Handleder und um drei verschiedene Mützen aus dem Bergwerk von Hallstatt. Im Zuge dieser Arbeit wurden die Funde hinsichtlich ihrer Herstellungstechnik eingehend studieren. Der experimentelle Aspekt dieser Arbeit bestand vor allem in der Erprobung der angewandten Nähtechniken. Alle angefertigten Stücke sind im Museum in der "AIten Schmiede" in Hallstatt ausgestellt (Information bei Gabriela Popa, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Neben der Betreuung der Lehrveranstaltung in Asparn wurden die Versuche zur Herstellungstechnik urgeschichtlicher Keramik weitergeführt. Schwerpunkte waren die Technologie der rotschwarzen Hallstattkeramik und in Vorbereitung auf die Niederösterreichische Landesausstellung 2005 die Rekonstruktion von mittelneolithischer bemalter Keramik (Information bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). In einem weiteren Experiment wird versucht, den Produktionsablauf von Birkenteer zu rekonstruieren. In einer Vorversuchsphase wurde dieser in einer Blechbüchse hergestellt, um den Transformationsprozess zu beobachten und zu dokumentieren. In einem nächsten Schritt sollen in Annäherung an das archäologische Vorbild die Versuche mit Keramikbehältern fortgesetzt werden.

Weiters wurden Versuche hinsichtlich der Herstellung von Niello nach der Rezeptur und dem Verfahren von Theophilus Presbyter angestellt. Hierbei sollten die Diffusionsvorgänge des Niello in das Trägermaterial untersucht werden. Als erste Erkenntnis konnte festgestellt werden, dass bei der Herstellung eine hohe Schwefelzugabe erforderlich ist. Anschließend wurden Versuche zum Bau eines bronzezeitlichen Tragesacks aus Rohkuhhaut mit Stützhölzern aus Eschenholz nach dem von E. F. Barth beschriebenen Tragesack Nr. 5 aus dem Grünerwerk in Hallstatt unternommen. Die Haut wurde dabei lediglich mit Salz behandelt. Daraufhin wurden erste Trage- und Entleerungsversuche im Bergwerk Hallstatt unternommen. Zur Zunderherstellung wurden verschiedene Methoden der Zunderschwammbehandlung, nitriert/nicht nitriert, angekohlt/ nicht angekohlt getestet und das "Anglühverhalten" beobachtet (Information bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Weiters wurden Experimente zur Guss- und Verarbeitung verschieden legierter Bronzen durchgeführt, wobei vor allem verschiedene Treibtechniken im Vordergrund standen (Information bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Während der Lehrveranstaltung in Museum für Urgeschichte wurde erstmals ein tragbarer Glasofen gebaut und verwendet. Diese Konstruktion, ähnlich einem kleinen Kuppelofen mit eingesetztem Tiegel, hat sehr gut funktioniert. Mit diesem wurden die Vorversuche zur Glasperlenproduktion fortgesetzt (Information bei klaus.löDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Im Sommer 2004 haben Mitglieder des Arbeitskreises im Rahmen der Steirischen LandesausteIlung am Burgstallkogel bei Großklein mehrere Hausmodelle der Hallstattzeit aufgebaut. Den zentralen Kern der Anlage bildet ein großes Wohngebäude, ein Schwellenbau auf Unterlagssteinen, dessen Wände in einer kombinierten Block- und Ständerbautechnik ausgeführt wurden. Eine Rofen- und Lattenkonstruktion trägt ein Dach aus Spaltschindeln. Der Speicherbau steht auf Stelzen und wurde aus umseitig flächig überarbeiteten Konstruktionshölzern errichtet. Die Wände wurden mit flächig überarbeiteten Hölzern ausgefacht, das Satteldach mit Spaltschindeln aus Lärchenholz eingedeckt. In diesem Objekt sollen in der Hallstattzeit genutzte Getreide-, Gemüse-, Heil- und Färbepflanzen präsentiert werden. Das Webhaus wurde als Pfostenbau aus runden Eichenstämmen mit Flechtwerkwänden und Lehmverputz gebaut und mit einem Schilfdach ausgestattet. Unter einem Pultdach mit Rindendeckung auf Eichenpfosten wurde ein Brotbackofen aufgebaut.

Am Burgberg in Schwarzenbach wurden zusätzlich zu neben den vier bereits errichteten Hausmodellen (Wohnhaus, Speicherbau, Handwerkerhaus und Keramikwerkstätte) drei weitere aufgebaut. Beim ersten handelt es sich um ein großes Wohnhaus in Mischbauweise aus Block- und Ständerbautechnik mit Schindeldeckung. Ein im Vorjahr ergrabener Befund von Schwarzenbach diente als Vorlage für ein Stallgebäude in reiner Pfostenbauweise. Das Gebäude wurde mit Schilf eingedeckt, die Wände bestehen aus Flechtwerk, das mit Lehm verputzt wurde. Ebenfalls nach einem Befund des Vorjahres wurde ein kleines Backofenhaus in Pfostenbauweise mit Kuppelofen  rrichtet. Das Freilichtmuseum am Burgberg ist somit nahezu fertig gestellt und soll heuer anlässlich des kommenden Keltenfestes Schwarzenbach eröffnet werden.

In Vorbereitung der Niederösterreichischen Landesausstellung 2005 waren Experimentalarchäologen der Universität Wien damit beschäftigt, am Heldenberg bei Kleinwetzdorf im Weinviertel eine Kreisgrabenanlage mit doppelter Palisadenreihe sowie vier Gebäuden zu errichten, die sich an archäologischen Befunden aus Schletz orientieren. Eines dieser Gebäude wurde als Blockbau mit Firstpfetten- und Rofenkonstruktion ausgeführt und mit einem Schilfdach versehen. Drei weitere Häuser werden als Pfostenbauten errichtet (Information bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Mathias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 16/3, 2005, 5–6.

Im vergangenen Studienjahr wurden wieder zahlreiche Aktivitäten durchgeführt. Als erste Veranstaltung des Jahres fand am 21. Jänner 2003 auf Einladung des AK Experimentelle Archäologie der Vortrag von Harm Paulsen, Landesmuseum Schleswig mit dem Titel "Die Möglichkeiten der Experimentellen Archäologie" statt, der außergewöhnlich gut besucht war. Anschließend daran wurde im April 2003 von Raimund Karl, Department of History and Welsh History, University of Wales Bangor, ein Vortrag zum Thema "Einfach nur Ignoranz oder doch bewusste Ablehnung? Theoretische Ansätze und ihre mangelnde Rezeption in der österreichischen Archäologie" gehalten, der ebenfalls sehr gut besucht war.

Im Mai 2004 konnte im Rahmen eines zur Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie gehörenden Diavortrages die Mitglieder des Arbeitskreises interessierten Studenten ihre Arbeitsgebiete näher bringen. Von 31. Mai bis 1. Juni 2004 fand die Eröffnung der AußensteIle des Naturhistorischen Museums Archäologisches Zentrum "Alte Schmiede" statt, in dessen Rahmen Mitglieder des Arbeitskreises verschiedene Handwerkstechniken wie Holzbau, Keramikverarbeitung, Schmieden, Bronzeguss, Textilverarbeitung und Lederherstellung zeigten. Im Gebäude des Archäologischen Zentrums wurde zudem von der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums eine Schmiede, eine Tischlerwerkstatt sowie ein Arbeitsraum eingerichtet und den Mitgliedern des AK für ihre Experimente zur Verfügung gestellt.

Die Lehrveranstaltung "Experimentelle Archäologie" fand vom 30. Juni bis 03. Juli 2003 unter der Leitung von Dr. Helmut Windl und Mag. Hannes Herdits im Museum für Urgeschichte Asparn/Zaya statt. Schwerpunkte waren die Textilverarbeitung, Keramikproduktion, Eisenverhüttung, Eisenverarbeitung, Guss von Bronzeobjekten in verlorener Form, Herstellung von Objekten aus Horn und Hirschgeweih, Produktion von Glasperlen nach latenezeitlichen Vorbildern sowie Versuche zur Nahrungsmittelproduktion. Weiters wurde ein Rennofen nach einem Befund aus der frühmittelalterlichen Siedlung Zillingtal rekonstruiert. Ziel der Lehrveranstaltung war es, die Studenten mit den Methoden, den Möglichkeiten, der Arbeitsweise und den Fragestellungen der Experimentellen Archäologie vertraut zu machen. Während dieser dreitägigen Lehrveranstaltung waren auch Studenten des Studienganges Archäometrie / Bergakademie Freiberg / Deutschland anwesend. Wie schon in den letzten Jahren wurden die Versuche zur Lederverarbeitung fortgesetzt. Heuer wurden Verarbeitungsversuche mit Kalbshaut durchgeführt. Vor allem der Zwischenschritt des Entfleischens stand im Vordergrund und wurde mit verschiedenen Techniken durchgeführt. Das so hergestellte Leder wurde dann entsprechend weiterverarbeitet. Ebenso wurden die intensiven Versuche zur Rekonstruktion der Herstellungstechnik urgeschichtlicher Keramik fortgesetzt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Aufbautechnik und die Oberflächenbehandlung sowie die Verwendbarkeit der Keramik gelegt.

Am 2. und 3. August 2003 fand das Keltenfest Mitterkirchen (OÖ.) statt. Während dieser beiden Tage wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises eine große Bandbreite an Handwerkstechniken gezeigt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Während der Sommermonate wurde im steirischen Großklein ein Siedlungsausschnitt der Hallstattzeit (HaC) rekonstruiert. Dabei wurde mit authentischen Werkzeugen (endständiges Lappenbeil, Lappendechsel, Stemmbeitel, Ziehmesser) ein Wohnhaus mit 8 x 5 Metern Grundfläche in Blockbauweise auf Steinfundamenten errichtet und dessen Roffendachkonstruktion mit Lerchenschindeln gedeckt. Der aufgestelzte Getreidespeicher mit Abmessungen von 3 x 3 Metern wurde aus flächig überarbeiteten Bauhölzern mit Flechtwerkwänden gebaut. Weiters wird in der kommenden Bausaison dieser im Rahmen der Steirischen Landesausstellung 2004 stattfindenden Bautätigkeit ein Webhaus und eine Brotbackhütte diesem Ensemble hinzugefügt werden.
Von Mitgliedern des Arbeitskreises wurde heuer in der keltischen Siedlung von Schwarzenbach (NÖ.) ein großes Wohnhaus (6 x 10 m) gebaut. Die Hauskonstruktion orientiert sich an den während der Ausgrabung 1997/98 in dieser Wallanlage ergrabenen Befunde. Dieser Schwellenbau mit Ständerriegelkonstruktion ist auch zum Teil unterkellert. Im Haus soll keltisches Alltagsleben rekonstruiert werden, so sind nachgebaute Möbel als Einrichtung in das Konzept integriert. Weiters wurde vor Ort in der Keramikwerkstätte ein eingebauter Keramikbrennofen mit Lochtenne, Schürhals und Kuppel errichtet.

Vom 10. bis 12. Oktober 2003 wurde vom Arbeitskreis Experimentelle Archäologie die erste Internationale Tagung zur Experimentellen Archäologie in Europa veranstaltet (www.oegufac.at/exar2003/). Während dieser Tagung des neu gegründeten Vereins EXAR (www.exar.org) wurden im Rahmen von sehr hochwertigen Vorträgen Experimente zur Kupferverarbeitung, Holzbau, Keramikproduktion, Textilverarbeitung und Eisenverhüttung gezeigt, um nur einige zu nennen. Zu dieser Tagung konnten ca. 135 Teilnehmer aus über zwölf verschiedenen Ländern wie etwa der Ukraine, Schottland, Philipinen, Großbritannien, Frankreich, Polen, Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn, Slowakei, Finnland, Italien, Niederlande, Schweiz, Tschechien und Griechenland begrüßt werden.

Während des vergangenen Jahres haben Mitglieder des Arbeitskreise an verschiedenen Festaktivitäten wie etwa dem Keltenfest in Asparn/Zaya teilgenommen und dabei mit verschiedenen Ständen ihre experimentalarchäologische Arbeit einem breiten Publikum präsentiert.

Mathias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 15/3, 2004, 6–7.

Am 1. 2. 2002 fand ein Vortrag von Dr. Wiltschke-Schrotta und Doris Pany statt, es wurde die Besucherstromanalyse anlässlich der Eröffnung des Freilichtmuseums "Germanisches Gehöft Elsarn" vorgestellt. Weiters fand am 7. 5. als Vorbereitung zur Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie ein Diavortrag statt. Zielsetzung war es, den Teilnehmern der Lehrveranstaltung einen Eindruck der verschiedenen Themengebiete zu vermitteln. Die Tutoren der verschiedenen Fachbereiche stellten in einem kurzen Vortrag ihr Arbeitsgebiet vor. Dadurch sollte den Studenten bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung die Möglichkeit gegeben werden, sich mit den verschiedenen Lehrinhalten intensiv zu beschäftigen. Die Lehrveranstaltung fand vom 1.-3. 7. unter der Leitung von Dr. Helmut Windl und Mag. Hannes Herdits im Museum für Urgeschichte Asparn/Zaya statt. Schwerpunkte stellten die Herstellung von Objekten aus Knochen, Horn und Hirschgeweih, Holzverarbeitung, Produktion von Glasperlen nach latènezeitlichen Vorbildern, Keramikverarbeitung, Eisenverhüttung nach einem frühmittelalterlichen Befund, Eisenverarbeitung sowie Guss von Bronzeobjekten in verlorene Formen dar. Während dieser dreitägigen Lehrveranstaltung waren auch Studenten des Studienganges Archäometrie der Bergakademie Freiberg anwesend. Im Rahmen der Science Week konnten Mitglieder des Arbeitskreises die experimentelle Archäologie sowie das Fach Ur- und Frühgeschichte einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Fr. Dr. Rosemarie Leineweber / Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt war am 13. 6. auf Einladung des Arbeitskreises in Wien zu Gast und stellte die Ergebnisse ihrer letzten Versuche zur Brandbestattung im Rahmen des Vortrags "Experimente zur Kremation auf dem Scheiterhaufen nach Befunden der römischen Kaiserzeit Innergermaniens" vor.

Während des vom 3.-4. 8. stattfindenden Keltenfestes in Mitterkirchen I OÖ. wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises verschiedene Handwerkstechniken wie Holz- Geweih-, Leder- und Eisenverarbeitung, Glasperlenerzeugung, Keramikverarbeitung, Textilerzeugung und Nahrungsmittelwirtschaft gezeigt und vorgeführt. Die vom 11.-13. 10. in Oldenburg stattfindende Tagung zur Experimentellen Archäologie wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises besucht und dort endgültig beschlossen, die 11. Tagung Experimentelle Archäologie 2003 in Wien zu veranstalten. Am 31. 10. fand ein Vortrag von Dirk Vorlauf / Universität Marburg, Seminar für Vor- und Frühgeschichte, mit dem Titel "Archäologischer Befund und experimentelle Archäologie am Beispiel spätbronzezeitlicher Grabhügel auf den Lahnbergen bei Marburg statt. Im Mittelpunkt der experimentalarchäologischen Untersuchungen standen u. a. die Herstellung und Verarbeitung latenezeitlichen Glases. So konnten große Fortschritte im Bereich der Glasperlenproduktion gemacht werden. Ebenso wurden verschiedene Bauweisen für Glasverarbeitungsöfen getestet. Die Keramikgruppe des Arbeitskreises beschäftigte sich v. a. mit verschiedenen Brenntechniken, der Verlauf der Brände wurde mit Hilfe von Thermoelementen aufgezeichnet und genau dokumentiert.

Des weiteren wurde im Keltendorf Mitterkirchen ein Brennofen nach dem Befund aus Mannerdorf/March errichtet, auch im Archäologischen Erlebnispark Gabretta / Bayrischer Wald wurde von der Arbeitsgruppe ein Töpferofen nach latenezeitlichen Vorbild gebaut. Im Gegensatz zum vorigen Jahr stand heuer die Lederverarbeitung im Mittelpunkt. Es wurden Bundschuhe nach Vorbildern aus Hallstatt und Dürrnberg rekonstruiert. Ebenso wurden Schnabelschuhe nachgearbeitet. Die Orginale stammen aus dem Grab des Keltenfürsten von Hochdorf. Es wurde besonderes Augenmerk auf die Verwendung verschiedener Ledersorten und den Tragekomfort der Schuhe gelegt. Neben verschiedenen Brennversuchen zu Lehmfiguren nach Befunden vom Hundssteig / NÖ. und Wachtberg / NÖ. wurde der Hitzeeinwirkung auf Löss bei Feuerstellen verschiedene Experimente gewidmet. Es wurde die thermische Einwirkung auf die Steine, den umgebenden Löss sowie die danach erfolgte Aschenverlagerung untersucht.In Schwarzenbach wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises mit der Rekonstruktion einer keltischen Ansiedlung nach vor Ort ergrabenen Befunden begonnen. Es wurde ein Handwerksgebäude in Pfostenbautechnik mit Riegelwänden sowie ein Speicherbau in Ständerbautechnik auf einen Schwellenkranz gebaut. Dies bot Gelegenheit, verschiedene Fabrikationstechniken der zur Deckung verwendeten Legschindeln zu erproben. In Hallstatt wurden in Fortsetzung der Experimente zur Holztechnik der Spätbronzezeit ein Blockhaus (7x4m) ausschließlich mit Bronzewerkzeugen errichtet. Im Rahmen der Eröffnung der Touristenstrecke am Salzberg am 15. 6. wurde dieses der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und neben der Holz- und Geweihverarbeitung auch Eisen-, Keramik und Textilverarbeitung gezeigt.

Während der "Langen Nacht der Museen" wurden im Naturhistorischen Museum sowie im Burgenländischen Landesmuseum Eisenverarbeitung, Lederbearbeitung und Holz-, Knochen- und Geweihverarbeitung durch Arbeitskreismitglieder vorgestellt. Beim Tag der offenen Tür in Stillfried an der March konnten textile Techniken, Schmieden, Holz- und Keramikverarbeitung gezeigt werden. Weiters wurden beim Tag der offenen Tür der Grabung in Raabs a. d. Thaya / NÖ. und Unterpullendorf / Bgld. verschiedene Handwerkstechniken vorgeführt werden.

Mathias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 14/3, 2003, 7–8.

Im Rahmen eines Arbeitskreistreffens fand am 27. März ein Vortrag von Wolfgang Lobisser zur kaiserzeitlichen Holztechnologie und ihre experimentalarchäologische Umsetzung beim Bau eines Freilichtmuseums statt. Als Vorbereitung zur Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie im Sommersemester 2001 wurde am 2. Mai ein Vortrag abgehalten. Ziel dieses Diavortrages war, dass die Tutoren der verschiedenen Fachbereiche ihr Arbeitsgebiet vorstellten und dadurch die Teilnehmer der Lehrveranstaltung einen ersten Eindruck der verschiedenen Themengebieten bekommen konnten. Weiters war dadurch den Studenten bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung die Möglichkeit gegeben, sich mit den verschiedenen Lehrinhalten zu beschäftigen. Die Lehrveranstaltung fand vom 2. bis 4. Juli 2000 unter der Leitung von Helmut Windl und Hannes  Herdits im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya statt. Schwerpunkte waren die Textilverarbeitung, Keramikproduktion, Versuche zur Verhüttung von Silbererzen, Eisenverarbeitung, Guss von Bronzeobjekten in verlorener und zweiteiliger Form, Herstellung von Objekten aus Horn, Knochen und Hirschgeweih und die Produktion von Glasperlen nach latenezeitlichen Vorbildern. Die vorjährigen Experimente zu unterschiedlichen Gerbemethoden von Leder wurden fortgesetzt und verschiedene Versuche zur Verarbeitung durchgeführt. Die Herstellung von hallstattzeitlichen Bundschuhen stellte dabei einen besonderen Schwerpunkt dar. Die Experimente zur Glasherstellung und Reproduktion von Glasfunden der vorrömischen Eisenzeit wurden weitergeführt. Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Verbesserung des Glasofens gelegt, dessen thermische Ausnutzung optimiert werden konnte. Da archäologische Befunde aus dieser Zeit völlig fehlen, könnten diese Experimente bei der zukünftigen Auffindung prähistorischer Glasofenbefunde dienlich sein. Der Rekonstruktion textiler Techniken, besonders die Grundaufbereitungsarten wurden untersucht. Neben verschiedenen Spinn-, Dreh- und Flechttechniken wurden auch unterschiedliche Webtechniken erforscht. So wurde der Rekonstruktion hallstattzeitlicher Borten besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Mitte Mai hielt Herbert Westphal / Museum in der Kaiserpfalz / Paderborn einen Vortrag zu schmiedetechnischen Untersuchungen frühmittelalterlicher Waffen. Während der Feier "Inside - Outside" zum 20jährigen Bestehen des WUK - Werkstätten und Kulturhaus bot sich für den Arbeitskreis die Gelegenheit, sich in einem künstlerischen Rahmen präsentierten.

Vom 2. bis 3. Juni 2001 fand in Elsarn bei Krems / NÖ. das Eröffnungsfest des neuen Freilichtmuseums statt, wo ein bäuerlicheres Anwesen nach archäologischen Befunden der Römischen Kaiserzeit errichtet wurde. Im Rahmen dieses Eröffnungsfestes wie auch während der "Langen Nacht der Museen" am 9. Juni 2001 präsentierten Mitglieder des Arbeitskreises mit verschiedenen Ständen ihre Arbeit. Die Errichtung einer nach spätbronzezeitlichen Befunden rekonstruierten Blockwanne in Hallstatt / OÖ. sowie einer latenezeitlichen Traufengasse in Schwarzenbach / NÖ. bot Gelegenheit zu Erprobung und Vergleich verschiedener, nach Originalen rekonstruierter Eisen- und Bronzewerkzeuge. Basierend auf den Funden aus den latenezeitlichen Werkzeugdepots vom Gründberg / OÖ. wurden einige dieser Werkzeuge nachgeschmiedet und auf ihre Einsatzmöglichkeiten hin geprüft. Ebenso wurde eine hallstattzeitliche Frauentracht für museumspädagogische Zwecke hergestellt. Vom 15. bis 18. August 2001 fand ein Arbeitstreffen im Freilichtmuseum Asparn / Zaya statt, in dessen Rahmen mit gegenseitiger Unterstützung der Mitglieder verschiedene Experimente durchgeführt wurden. So wurden zum Beispiel Vorversuche zur prähistorischen Lebensmittelwirtschaft angestellt, die Herstellung von Käse wurde erprobt.

Vom 18. bis 21. Oktober fand die Tagung zur Experimentellen Archäologie in Eindhoven / NL statt, an der einige Mitglieder der Arbeitskreises teilnahmen. Gegen Ende des Jahres wurden die redaktionellen Arbeiten zur Sondernummer der Archäologie Österreichs mit dem Titel "Experimentelle Archäologie - Einen Versuch ist es wert" abgeschlossen. Im Laufe des Jahres 2001 waren die Mitglieder des Arbeitskreises bei verschiedenen Festen und Veranstaltungen in Asparn / Zaya, Eisenstadt, Güssing, Hallstatt, Ottenstein und Schwarzenbach vertreten, wo mittels Vorführungen bereits durchgeführter Experimente versucht wurde, das Tätigkeitsfeld des Arbeitskreises einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Matthias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 13/3, 2002, 6–7.

Im Sommersemester 2000 fand am 24. Mai als Vorbereitung zur Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie ein Diavortrag statt. Ziel dieses Diavortrages war es zum einem, dass die Tutoren der verschiedenen Fachbereiche ihr Arbeitsgebiet vorstellten und dadurch die Teilnehmer der Lehrveranstaltung einen ersten Eindruck der verschiedenen Themengebiete bekommen konnten. Zum anderen war dadurch den Studenten bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung die Möglichkeit gegeben, sich mit den verschiedenen Lehrinhalten zu beschäftigen. Die Lehrveranstaltung fand vom 3. bis 5. Juli unter der Leitung von Helmut Windl im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya statt. Schwerpunkte waren die Keramikproduktion, Eisenverhüttung nach einem frühmittelalterlichen Befund, Eisenverarbeitung, Guss von Bronzeobjekten in verlorenen Formen, Herstellung von Objekten aus Horn und Hirschgeweih, Produktion von Glasperlen nach latenezeitlichen Vorbildern sowie Lederherstellung und Verarbeitung. Glas wird sowohl hinsichtlich seiner Herstellung als auch seiner Verarbeitung experimentalarchäologisch untersucht. Primär werden dabei Gläser bzw. Glasverarbeitung der vorrömischen Eisenzeit rekonstruiert. Da archäologische Befunde dazu aus dieser Zeit weitgehend fehlen, könnten diese Experimente wichtige Hinweise für die zukünftige Auffindung prähistorischer Glasöfen liefern. Einen weiteren Versuchspunkt stellt die Rekonstruktion textiler Techniken dar, besonders die Grundaufbereitungsarten - vom Rohmaterial zum Faden. Neben Spinn-, Dreh- und Flechttechniken werden auch verschiedene Webtechniken erforscht. Zur Lederherstellung wurden verschiedene Methoden der Gerbung und Pergamentherstellung versucht. Ausgangsmaterial war jeweils ein gesalzenes Ziegenfell. Bei den Gerbarten handelt es sich um Hirngerbung, Vegetabilgerbung mit Eichenrinde und Alaungerbung. Nach der Gerbung wurden die Lederstücke getrocknet, mechanisch weich gemacht und anschließend gefettet. Das Pergament wurde mit einfachen Hilfsmitteln bearbeitet, wobei das überraschend gute Endprodukt noch auf eine Schriftprobe hin gepruft wird.

In den Monaten September und Oktober wurde das Freilichtmuseum in Elsarn bei Straß im Straßertal weitgehend fertiggestellt. Im Museumsareal wurden somit in den letzten Jahren insgesamt ein Wohnstallgebäude, zwei Grubenhäuser, ein Hochspeicher, eine Backhütte, eine Keramikwerkstätte, eine Räucheranlage sowie eine Brücke und Umzäunungen errichtet. Die Rekonstruktionen und auch die Einrichtungsgegenstände beruhen soweit wie möglich auf archäologischen Befunden der Römischen Kaiserzeit. Für das kommende Sommersemester 2001 wurde der Arbeitstitel "Vom archäologischen Experiment zur öffentlichen Präsentation" gewählt. Ziel dieses Arbeitsschwerpunkes soll es sein, die Möglichkeiten einer korrekten Präsentation von Experimenten in der Öffentlichkeit zu erarbeiten.

Des weiteren wurde beschlossen, eine Sonderausgabe der "Archäologie Österreichs" im Jahr 2001 mit dem Thema Experimentelle Archäologie zu veröffentlichen.

Am 15. Mai 2000 haben Mitglieder des Arbeitskreises am "Aktionstag für die Archäologie" der STRV Klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte am Michaelerplatz teilgenommen und mit verschiedenen Ständen ihre experimentalarchäologische Arbeit präsentiert. Im Rahmen der Ausstellung "Die Steinzeit im Raume Melk" fanden am 4. Juni und am 24. September zwei "experimentelle" Nachmittage statt. Bestritten wurden diese von Mitgliedern des AK Paläolithikum. Präsentiert wurden (alt)steinzeitliche Techniken wie Feuermachen, Kochen in einem Kochgrübchen, Speerschleudern und Steingeräteherstellung.

Mathias Mehofer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 12/3, 2001, 12–13.

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