Auch im letzten Jahr wurde die Lehrveranstaltung für Experimentelle Archäologie im Museum Asparn an der Zaya wieder von Mitgliedern des AK betreut. Auf dem Programm standen die Einführung in die Grundtechniken der Keramikherstellung, der Verarbeitung von Holz, Knochen, Geweih und Horn, die grundlegenden textilen Techniken sowie die Herstellung und Verarbeitung von Eisen und Kupfer. Weiters wurden die Versuche zur Glasverarbeitung fortgeführt.

Die 1997 begonnene Errichtung des "Kaiserzeitlichen Gehöfts" in Elsarn im Straßertale wurde 1999 fortgesetzt. Neben dem bereits bestehenden Wohnstallhaus und den beiden Grubenhäusern wurde eine funktionierende Töpferwerkstatt errichtet. Im Wirtschaftsbereich entstand ein Hochspeicher sowie ein Backhaus. Darüber hinaus realisierte man eine von außen beheizbare Räucherkammer. Bei allen Bauten wurde versucht, befundete, zum Teil hochentwickelte, mit Beilen und Dechseln ausgeführte Holzverbindungen in Anwendung zu bringen.

Beim Keltenfest in Schwarzenbach wurde ein Teil des Programms vom AK bestritten. Dazu gehörten Vorführungen und "Mitmachprogramme" zur Verarbeitung von Metall, Geweih, Knochen und Holz, Ton und Wolle. Die laufenden Versuche zur Eisenverhüttung fanden ebenfalls eine Fortsetzung. Im abgelaufenen Jahr ist es auch gelungen, die hallstattzeitlichen, in Brettchenwebtechnik hergestellten Borten, aus dem Salzbergwerk Hallstatt nachzuweben. Dazu wurde eine eigene "Strickschrift" entwickelt. Weiters fanden die Versuche zur Herstellung von Kettenhemden eine Fortführung. Die Untersuchung des Produktionsvorgangs, sowohl der genieteten als auch der geschweißten Ringe, soll durch metallographische Analysen an Originalen und Rekonstruktionen ergänzt werden. In Zukunft soll auch die Problematik zur Herstellung und Verwendung der  frühgeschichtlichen Pressmodel geklärt werden.

Die inzwischen traditionellen ethnographischen Filmvorführungen können leider bis auf Weiteres nicht fortgesetzt werden, da der Filmbestand des ehemaligen ÖWF in den Besitz der Phonothek übergegangen ist, bei der kein Verleih vorgesehen ist. Aus diesem Grund war es auch nicht möglich, den für das letzte WS angekündigten Film "Rivers of Sand" zu zeigen. Auf Grund von Verpflichtungen der Vorführenden in Bezug auf die Tagung "Pferd und Wagen in der Eisenzeit" wurde die Absage des Filmvortrages unverzeihlicherweise vergessen.

Hans Reschreiter

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 11/3, 2000, 12.

Klaus Löcker und Hans Reschreiter zeigten am 15.04.1997 "Ethnographische Filme zu Ackerbau: Von der Brandrodung zum Brot". Zu sehen waren Beispiele für Anbau, Ernte, Lagerung und Verarbeitung von pflanzlicher Nahrung mit kritischen Anmerkungen und Gedanken hinsichtlich prähistorischer Methoden.

Wolfgang Lobisser und Andreas Rausch hielten am 22.04.1997 einen Vortrag über "Versuche zu neolithischer Holzbearbeitung und Rekonstruktion des frühneolithischen Brunnenkastens von Schletz". Hauptaugenmerk wurde dabei auf Möglichkeiten der Arbeitsweise und Technologie sowie pratkische Erfahrungen der Holzbearbeitung mit originalgetreuem Werkzeug aus den vorangegangenen zwei Jahre gelegt.

Mitglieder des Arbeitskreises organisierten am 14.06.1997 eine Exkursion in die "Glashütte und Waldglashütte" Kurt und Roland Zalto, Neunagelberg, um mit Meistern des Glashandwerkes über Erfahrungen zu Handwerk und Technologie zu sprechen sowie praktisches Arbeiten beobachten zu können.

Am 22.06.1997 fand im Freigelände des Museums für Urgeschichte Asparn/Zaya (NO) ein Keltenfest statt. Vier Mitglieder des Arbeitskreises zeigten Techniken des Knochen- und Geweihhandwerkes sowie zur Töpferei. Das rege Interesse der Besucher, insbesondere der Kinder, gab Mut und Anregung für weitere derartige Initiativen der Öffentlichkeitsarbeit.
Vom 30.06. - 02.07.1997 fand wie jedes Jahr um diese Zeit wieder die Lehrveranstaltung "Experimentelle Archäologie" im Museum für Urgeschichte Aspran/Zaya statt. Die Palette der Versuche erstreckte sich vom Verhütten und Schmieden mit Eisen, Guß von Bronze, Weben, Spinnen, Töpfern, Transchieren eines Schweines bis zu Teererzeugung aus Birkenrinde, Glasverarbeitung usw. Im September 1997 wurde unter der Leitung von Wolfgang Lobisser und einigen Mitgliedern des Arbeitskreises mit der Rekonstrution eines germanischen Gehöftes in Elsarn ( Kamptal, NÖ) begonnen. Das Haupthaus wurde errichtet, wobei darauf geachtet wurde, daß ausschließlich authentische Technologien und Materialien verwendet wurden. Die Vortsetzung der Arbeit ist für das Jahr 1998 geplant.

Am 18. und 19. Oktober 1997 fand das Symposion "Experimentelle Archäologie, Bilanz 1997" im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen ( Deutschland) statt. Vier Mitglieder des Arbeitskreises waren vertreten. Wolfgang Lobisser hielt einen Vortrag zum Thema "Zur Rekonstruktion des linearbandkeramischen Brunnenschachtes von Schletz im Museum für Urgeschichte in Asparn a.d. Zaya". Der Vortrag von Mag. Hannes Herdits zum Thema "Wie kommt das Zinn in die Bronze? Archäologische Experimente zur Herstellung von KupferZinn- Legierungen" mußte aufgrund seiner Unabkömmlichkeit beim Zivildienst leider entfallen.

Bei einem Keltenfest der Gemeinde Katzeisdorf (NÖ) am 07.09.1997 haben vier Mitglieder des Arbeitskreises Vorführungen zu Knochen- und Geweihhandwerk sowie zur Töpferei durchgeführt. Es wurde Augenmerk darauf gelegt Techniken der Eisenzeit zu zeigen, zu erklären und die Besucher auch probieren zu lassen. Am 25.11.1997 fand in bewährter Art und Weise, geleitet von Klaus Löcker und Hans Reschreiter, wieder ein Filmabend, diesmal zum Thema "Körperschmuck: Religion-Standesabzeichen-Medizin-Ästhetik" statt. Gezeigt wurden Ethnographische Filme zu Körperbemalung, Tatauierung, Tätowierung, Körperdeformation.

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 9/3, 1998, 89.

Vom 29.6. bis 1.7. 1995 fand die alljährliche Lehrveranstaltung "Experimentelle Archäologie" im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya statt - wie jedes Jahr nützten wir die Gelegenheit und das Platzangebot im Asparner Freiluftgelände um eine Reihe von Experimenten durchzuführen. Schwerpunkte waren die Verzierung von Keramik mit Graphit, das Drechseln von Bein- und Geweihschmuck auf einer einfachen, mit dem Fidelbogen betriebenen Drechselmaschine, der Guß von komplizierten Bronzeobjekten in verlorene Formen, die nach ethnologischem Vorbild im Wachsausschmelzverfahren hergestellt worden waren und nicht zuletzt die Verarbeitung von Eisen nach frühmittelalterlichen Befunden und Techniken - vom Erz bis zur fertigen Axtklinge.

Im September des vergangenen Jahres wurde im Museum Asparn unter der Leitung von Wolfgang Lobisser eine Teilrekonstruktion des bekannten neolithischen Brunnenbefundes von Erkelenz durchgeführt. Mehrere Kollegen aus dem Arbeitskreis waren an der Vorbereitung und Durchführung der Arbeit beteiligt. Obwohl ein wesentlicher Teil der Holzarbeit mit modernen Werkzeugen ausgeführt wurde waren wir bestrebt, jeden Schritt auch mit rekonstruiertem neolithischem Gerät auszuführen. Mit geschliffenen Felsgesteinsbeilen, Holzkeilen und Knochenmeißeln wurde ein Baum gefällt, geschält, aufgekeilt und zu Spaltbohlen verarbeitet sowie zu einem Brunnenkasten zusammengefügt. Fünf Kollegen des Arbeitskreises waren vom 25.9. bis 29.9. in Mühlbach am Hochkönig/Salzburg mit der Durchführung von Experimenten zur Verhüttung sulfidischer Kupfererze beschäftigt. Im Rahmen eines im vergangenen Jahr schon zum zweiten Mal in Mühlbach abgehaltenen Treffens der experimentellen Montanarchäologie hatten wir die Gelegenheit, von der Gewinnung des Erzes bis zur Raffination des fertigen Kupfers alle Teilaspekte einer bronzezeitlichen Hochtechnologie zu rekonstruieren.

Auf Einladung von Herrn Arne Lucke vom archäologischen Freilichtmuseum Hitzacker/Elbe nahmen wir mit einem Vortrag und einem Poster zu den Themen Kupfer/Zinntechnologie der Bronzezeit am internationalen Symposium Experimentelle Archäologie 1995 (14. u. 15. 10.) in Hitzacker teil. Eine Publikation der Beiträge ist - wie bereits üblich - im Rahmen der Beihefte zu den Archäologischen Mitteilungen aus Nordwestdeutschland geplant.

Unsere Kollegin Natalie Tuzar hatte im Verlauf des vergangenen Novembers auf Einladung des Kulturparks Kamptal die Gelegenheit, mehrere Vorträge zum Thema Experimentelle Archäologie vor einem interessierten Lehrerpublikum zu halten, Zweck dieser Veranstaltungen war es, auf die Möglichkeit der Vermittlung von Geschichte durch Vorführung der Ergebnisse der Experimentellen Archäologie hinzuweisen.

Zwei Filmvorführungen unseres Arbeitskreises zu den Themen "Bestattung" und "Keramikproduktion" anhand ethnologischer Beispiele erwiesen sich als Publikumserfolg - eine Fortsetzung dieser Vorführungsreihe ist daher für das Sommersemester 1996 geplant.

H. Herdits

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 7/3, 1996, 1112.

Bereich Metall

- Versuche zur Verhüttung von sulfidischen Kupfererzen wurden in erweiterter Form durchgeführt
- Ebenfalls mit erweiterter Fragestellung fortgeführt wurden Experimente zur "direkten" Bronzeproduktion durch "Legieren" von Kupfermetall mit Zinnerzen
- Zur Klärung der Herstellungstechnik von Kahnfibeln und hohlgegossenen Waffengriffen dienen derzeit laufende Experitnente mit mehrschaligen Bronzegußformen

Bereich Keramik und Lehmbau

- Rekonstruktion des völkerwanderungszeitlichen Töpferofens aus Ternitz/NÖ im Rahmen der Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie (Asparn/Zaya)
- Ausgrabung des Buttendorfer Lochplattenofens (s. Tätigkeitsbericht, 1993)
- Zweiwöchiger Workshop: Lehmbau und Töpferei (Ditzingen/Baden-Württemberg)
- Brennversuche im restaurierten (Frost-und Wasserschäden) spätlatenezeitlichen Töpferofen (Asparn/Zaya)
- Herstellung einer Schmiedegrube mit Topfgebläse (Asparn/Zaya)
- Brennversuche zu Oberflächengestaltung und Brandatmosphäre bei der Herstellung graphitierter Keramik

Die Schwerpunkte der Arbeit im vergangenen Jahr lagen auf den Gebieten Metall und Keramik

Experimente mit Metall:

* Experimente zur Zementation (Einsatzhärtung von Holzkohlenstaub ) von Rennfeuereisen (Asparn/Zaya)
* Neue Experimente mit frühgeschichtlichen Schlackengrubenöfen (Eindhoven/Niederlande)
* Experimente zur Verhüttung von Chalkopyrit nach dem Befund eines Hüttenplatzes von Mühlbach/Hochkönig (Asparn/Zaya)
* Experimente zur Herstellung von Zinnbronze aus ostalpinen Kupfererzen und englischem Zinnerz unter Umgehung der Herstellung von metallischen Zinn (England)
* Experimente zum Bronzeguß in Hohlformen - bronzezeitliche Dochgriffe (Purbach)

Experimente mit Keramik:

* Nachbildung bandkeramischer Keramik
* Versuche zur Oberflächengestaltung (Farbe und Graphitierung) und Haltbarkeit von hallstattzeitlicher Keramik
* Workshop "Experimentelle Keramikherstellung" in Asparn/Zaya
* Rekonstruktion eines Lochplattenofens und Brennversuche (Buttendorf)
* Ausgrabung eines spätlatenezeitlichen Töpferofens in MannersdorflMarch und anschließende
Rekonstruktion und Brennversuche (Asparn/Zaya)
* Anschaffung eines Thermoelementes zur besseren Kontrolle und Dokumentation der Brennversuche

Die Weiterführung und Modifikation der Experimente im Jahr 1994 ist geplant.

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 5/3, 1994.

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