Die Entwicklung der Musikinstrumente des Neolithikums im Herzen Europas (Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien) stand im Mittelpunkt des Vortrags von Beate Maria Pomberger im Jänner. Die VortragsKonzertreihe Musik & Archäologie fand erstmals im Festsaal, Obere Augartenstraße 26–28, im 2. Wiener Bezirk statt, in dem sich auch die Stadtarchäologie Wien befindet. Die Abende mit Renate Pillinger („Musik, Gesang und Tanz in der frühchristlichen Kunst“, Musik: Dominik Wagner – Kontrabass, Christian Jung – Tenor), Gerhard Sperl („Ferrum Noricum“, Musik: Ars serena) und Clemens Eibner („Handel rund ums Mittelmeer“, Musik: Ensemble Ex Silentio) waren gut besucht. Der Arbeitskreis Musikarchäologie sucht eine/n neue/n Sprecher/in.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Archäologie Österreichs 26/2, 2015, 63.

Der Arbeitskreis Musikarchäologie war auch im Jahr 2013/14 mit sechs gut besuchten Veranstaltungen wieder vertreten.

Am 23. Mai 2013 hielt Jozef Bátora (Lehrstuhl für Archäologie der Phil. Fak. Comenius Universität Bratislava und Archäologisches Institut der SAW Nitra) einen Vortrag über die neusten Forschungsergebnisse zu den befestigten Siedlungen der frühen Bronzezeit in der Südwestslowakei und stellte dabei eine bronzene Syrinx, Keramikrasseln und ein Knochenpfeiferl vor. Cristina-Georgeta Alexandrescu (Archäologisches Institut „Vasile Pârvan“ Bukarest) sprach am 16. Jänner 2014 über „Ikonographie der Musiker und Musikinstrumente auf römischen Grabdenkmälern“ und wurde musikalisch von Hagen Pätzold, Cornicen (Frankurt/Main) am Cornu unterstützt.

Die VortragsKonzertreihe Musik & Archäologie fand heuer erstmals im Thomassaal des Dominikanerklosters, 1010 Wien, statt. Der Abend am 13. März 2013 „Der lange Weg zur Seßhaftigkeit“ (Neolithisierung vom Orient bis Mitteleuropa zwischen 10.000 – 5.000 B.C.) wurde von Eva Lenneis (Universität Wien) und den Flötisten Eva Balogh und Wolfram Wagner gestaltet, wobei Werke aus Renaissance, Barock und der Modernen erklangen. Es folgte am 21. März 2013 der Vortrag „Kinder in der Prähistorie“, gehalten von Daniela Kern. Dazu musizierte ArchäoMusik Vienna (Albin Paulus, Beate Maria Pomberger, Bernhard Winkler) auf nachgebauten prähistorischen Musikinstrumenten. Zum Abend „Vindobona – das römische Wien“ am 6. November wurde Michaela Kronberger (WienMuseum) eingeladen, die den Vortrag auch zusammenstellte, aber dann krankheitsbedingt diesen nicht halten konnte. Kollege Martin Mosser (Stadtarchäologie Wien) las dankenswerter Weise das Manuskript und stand auch für Fragen zur Verfügung. Dazu erklangen Werke von Mesomedes von Kreta und Horaz, dargeboten vom Ensemble Ars serena (Juli Auer, Beate Maria Pomberger, Bernhard Winkler) auf nachgebauten römischen Musikinstrumenten. Cyril Dvorsky und Helena Nowak (UNESCO-Welterbe Pfahlbauten um die Alpen) sprachen am 21. November zum Thema „Prähistorische Pfahlbauten erleben“ und brachten Riech- und Kostproben mit. Die jungen Harfenistinnen Miriam Adefris, Magdalena Kasseroller und Maria-Theresia Trefny (Harfenklasse Gabriela MossyRsch, Konservatorium Wien Privatuniversität) interpretieren Werke von der Klassik bis zur Modernen auf ihren Instrumenten.

Das Ensemble ArchäoMusik Vienna wurde zur musikalischen Gestaltung eines Dokumentarfilmes über Kreisgrabenanlagen engagiert. Der Dreh fand mit großem Einsatz und viel Spaß im September 2013 statt. Im Rahmen dieses Filmes ergab sich auch wieder eine Zusammenarbeit mit den Akustikern Christoph Reuter und Jörg Mühlhans (Institut für Musikwissenschaft, Universität Wien).

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 25/3, 2014, 9.

 

 

Der AK Musikarchäologie veranstaltete im Jahr 2012 zwei Vorträge und vier VortragsKonzerte im Naturhistorischen Museum Wien.

Am 26. April hielt Elke Zimmermann, Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Zoologie, einen Vortrag – „Dem biologischen Ursprung von Musik auf der Spur – Zur Evolutionsgeschichte der Akustik von Emotionen“ – mit der Kernaussage, dass das Lachen einer der Ursprünge der Musik ist. Gemeinsam mit Christoph Reuter und Jörg Mühlhans, Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien und Beate Maria Pomberger wurde ein erster Impuls zur Zusammenarbeit zur Erforschung der Archäoakustik gesetzt. Das rekonstruierte Haus der Linearbandkeramik und ein eisenzeitliches Grubenhaus im Museum für Urgeschichte Asparn an der Zaya wurden auf ihre Raumakustik hin untersucht. Zum Einsatz kamen rekonstruierte prähistorische Musikinstrumente. Der Vortrag der „Zur Akustik der Prähistorie“ von Christoph Reuter fand am 17. Jänner statt. Man darf auf eine weitere fruchtbare interdisziplinäre Zusammenarbeit hoffen. In der VortragsKonzertreihe „Musik & Archäologie“ stellte Beate Maria Pomberger gemeinsam mit ihrem Ensemble Archäomusik Vienna (Bernhard Winkler, Albin Paulus, Beate Maria Pomberger) am 6. März – „Am Anfang war die Stimme – Musikarchäologisch-musikalischer Streifzug durch die Prähistorie“ – Musikinstrumente aus fünf Epochen vor. Dasselbe Programm fand im April auch im Museum für Archäologie Thurgau, Schweiz, statt. Stefan Hagel sprach am 13. März über „Musik der griechischen Antike“, sang auch selber, spielte Kithara und Doppelaulos und begleitete Christian Jung, Tenor und Altphilologe, auf seinen Instrumenten. Am 8. November hielt Renata Segal ihren Vortrag „Keltische Motive in modernen Tätowierungen“. Den musikalischen Part bestritten Albin Paulus und Valentin Arnold auf Dudelsäcken. Der letzte Abend, „Eisenzeit in Wien und Umgebung“, fand am 22. November mit Peter Ramsl, statt. Birgit Fluch, Flöte und Marita Rohregger brachten u. a. ein eigens dafür komponiertes Stück des renommierten österreichischen Komponisten Wolfram Wagner zur Aufführung.

„Musik & Archäologie“ wird künftig im Thomassaal des Dominikanerklosters, Postgasse 4, 1010 Wien, weitergeführt.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 24/3, 2013, 11.

Der Arbeitskreis Musikarchäologie lud zu den zwei Vorträgen Kollegen aus den Nachbarländern Deutschland und der Slowakei ein.

Im Frühjahr sprach Henry Dosedla über prähistorische Musikinstrumente der Waghi-Kultur (9.000 – 6.000 B.C.) in Neu Guinea und hob deren ungebrannte Gefäßflöten besonders hervor.

„Ausgewählte Probleme der Musikarchäologie. Archäologie – Tonästhetik – Repliken“ wurden bei dem Vortrag Danica Staššikova-Štukovska, Renate Beličova und Joanneus Turek im November behandelt, wobei unter anderem Hörbeispiele prähistorischer Instrumente und nachgebaute mittelalterliche Musikinstrumente vorgestellt wurden.

Die Vortragskonzerte „Musik & Archäologie“ im Naturhistorischen Museum Wien waren auch 2011 ein großer Erfolg. Clemens Eibner sprach zum Thema „Wie holt man den Himmel auf die Erde? – Kult und Religion in der Urgeschichte“, Hermann Ebner und Peter Heckl traten mit Stücken für Tierhörner, Muschelhörner, Wurzelhörner, Alphörner und Naturhörnern auf. Walpurga Antl führte an die March: „Prähistorisches Leben an der March – eine Reise durch die Epochen“, musikalisch begleitet von Thomas Fichtinger – Klarinette und Francis Montocchio – Gitarre. Die „Bronzezeit in Wien – vom Rennweg bis zum Leopoldsberg“ wurde von Martin Penz behandelt. Die jungen Musiker, Julia Maier – Flöte und Ferenc Csincsi – Vibraphon, spielten ihr erstes großes Konzert mit vorwiegend zeitgenössischen Werken. Dem Konzert wohnten auch die bekannten Komponisten Horst Ebenhöh und Wolfram Wagner bei. Claudia Theune bot einen guten Überblick über das Werden des mittelalterlichen „Österreichs“ mit ihrem Vortrag „Ostarrîchî – von der Awarenmark zum Herzogtum“. Das Ensemble Ars serena (Beate Maria Pomberger – Alt, Julia Auer – Schoßharfe, Querpfeife, Bernhard Winkler – Schlagwerk) gestalteten den Abend musikalisch. Unter anderem wurde auch das jüngere Hildebrandlied geboten.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 23/3, 2012, 10.

Der Arbeitskreis Musikarchäologie eröffnete das Jahr mit einem VortragsKonzert zum Thema Musik in der Hallstatt­zeit „Syrinx, Leiern & Co.“ im Naturhistorischen Museum Wien. Alexandrine Eibner hielt den Vortrag, das Ensemble Cantlon spielte unter der musikalischen Leitung von Albin Paulus auf rekonstruierten Instrumenten der Hallstattzeit, wie Situlenleier und Doppelaulos. Zwei Wochen später folgte ein Abend zum Thema „Bilder – Bronzen – Bot­schaften“ – Zur Situlenkunst in der Hallstattzeit. Er wurde von Otto. H. Urban, Vortrag, und den Gitarristen Francis Montocchio und Mathias Lang mit Werken aus dem Barock und dem 20. Jahrhundert gestaltet. Beate Maria Pomberger sprach im April über urzeitliche Gefäßflöten und Keramikpfeifen sowie deren musikalische Analysen, wobei sie auch die älteste Gefäßflöte Europas von Brunn am Gebirge/Flur Wolfholz vorstellte.

Im November folgten wieder zwei VortragsKonzerte der Reihe „Musik & Ar­chäologie“ im Naturhistorischen Museum. „Sie nannten sich Awaren“ fand mit Peter Stadler, Vortrag, Wang-Yu Ko und Christian Nenescu, Violinen, Albin Paulus, awa­rische Doppelschalmei, Flöten, Maultrommeln, Leiern sowie Beate Maria Pomberger, Alt, statt. Neben Werken von Bela Bartok, einem schamanistischen Gesang auf Ostjak-Samojedisch von Akos Banlaky (Uraufführung), war zum ersten Mal die awarische Doppelschalmei aus dem Gräberfeld von Janoshida, Ungarn, rekonstruiert und gespielt von Albin Paulus, zu hören. Tatarische und baschkirische Gesänge, eigens arrangiert für Stimme und einem Begleitinstrument, wie Duduk, Flöten, Maultrommel oder Rahmentrommel bildeten den musikalischen Höhepunkt des Programms. Am darauf folgenden Termin stellten Walpurga Antl und Martin Penz Paläolithikum und Neoli­thikum des Wiener Raumes vor, musikalisch umrahmt von den Darbietungen Matthias Loibners auf seiner Drehleier. Im Dezember lud der Arbeitskreis Gerhard Tomedi von der Universität Innsbruck zu einem Vortrag über vorge­geschichtliche Musik im alpinen und zirkumalpinen Raum ein.

Der Arbeitskreis freut sich über neu hinzugekommene Mitglieder sowie über reges Interesse und Publikumszu­wachs der VortragsKonzertreihe „Musik & Archäologe“. Die Arbeitskreisleitung bedankt sich hiermit herzlich vor allem beim Naturhistorischen Museum Wien und bei Wien Kultur für die tatkräftige Unterstützung des Projektes.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 22/3, 2011, 8–9.

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