Der Arbeitskreis Musikarchäologie veranstaltete im Studienjahr 2009 zwei Vorträge. Dr. Stefan Hagel von der Kommission für antike Lite­ratur der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hielt im Sommersemester einen Vortrag über „Tonsysteme und Instrumente in der griechischen Antike mit Musikbeispielen“. Reich beladen mit rekonstruierten griechischen Musikinstrumenten brachte Dr. Hagel auch antike Klänge und Gesänge zu Gehör. Im Jänner 2010 sprach Mag. Wolfgang Sölder, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, über den Kultplatz Sanzeno (Südtirol) und den Altfund einer Bronzesyrinx. Er machte auch besonders auf die relativ langen Syrinxdarstellungen auf den Situlen von Welzelach aufmerksam, die vielleicht eine lokale Besonderheit darstellen.

Die VortragsKonzertreihe Musik & Archäologie im Naturhistorischen Museum Wien lockte heuer besonders viel Publikum an. Das Eisenzeit­ensemble um Albin Paulus musizierte im März auf rekonstruierten Musikinstrumenten der Hallstattzeit, so auch auf einer nachgebauten Situlenleier. Beate Maria Pomberger stellte im November urgeschicht­liche Keramikinstrumente vor, unter anderem die frühneolithische Gefäßflöte aus Brunn am Gebirge. Eberhard Kummer interpretierte Teile des Nibelungenliedes.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 21/3, 2010, 6.

2008 war ein ereignisreiches Jahr für den Arbeitskreis Musikarchäologie. Im März hielt Clemens Eibner von der Universität Heidelberg einen Vortrag mit dem Titel „Ge­danken zum Nachbau einer Knochenflöte vom Typ Gei­ßenklösterle“. Der Sammlung historischer Musikinstrumen­te des Kunsthistorischen Museums in der Wiener Hofburg wurde gemeinsam mit Studenten der Musikwissenschaft ein Besuch abgestattet. Einen weiteren Höhepunkt stellte der Vortrag von Barbara Theune-Großkopf vom Archäolo­gischen Landesmuseum Baden-Württemberg über die germanische Leier von Trossingen dar. Am selben Abend ließ Eberhard Kummer seine nachgebaute Leier erklingenund Stefan Hagel von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften präsentierte verschiedene Leiertypen der Antike.

Im Rahmen der VortragsKonzertreihe „Musik & Archäolo­gie“ fanden vier Abende im Naturhistorischen Museum statt: „Metallurgica“ mit Martin Breinschmid und dem Percus­sionensemlbe der Kunstuniversität Graz sowie Vorträgen von Alexandra Krenn-Leeb (Universität Wien) und Mathias Mehofer (VIAS); „Steinzeit“ mit dem Ensemble Knochen-klang auf steinzeitlichen Instrumenten sowie einem Vor­trag von Gerhard Trnka (Universität Wien); „Reiche Salz­herren“ mit der Harfenistin Claudia Mantovani, der Flötis­tin Birgit Fluch und einem Vortrag über das eisenzeitliche Gräberfeld zu Hallstatt von Anton Kern (NHM Wien); so­wie „Neues zum Alten Berg“ – ein Vortrag von Hans Resch­reiter über die neuesten Forschungen zum Salzbergwerk in Hallstatt und musikalischen Einlagen, dargeboten vom Bläsertrio Wolfgang Lindenthal, Martin Fluch und Tanja Bruncic. Die letzten zwei Konzerte wurden auch in Hall­statt im Rahmen der Oberösterreichischen Landesaus­stellung 2008 „Jetzt ist Hallstattzeit“ vorgetragen.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 20/3, 2009, 6–7.

Da sich Österreich als das Land der Musik rühmt, aber noch keinen Arbeitskreis für Musikarchäologie besaß, wurde dieser auf mein Betreiben hin am 12. März 2007 in einer ÖGUF-Sit­zung gegründet. Unser Arbeitskreis zählt mittlerweile 20 Mitglie­der.

Mit Hilfe etlicher KollegInnen haben wir eine umfangreiche Literaturliste, eingeteilt in Epochen, erstellt, und an alle Mitglie­der des Arbeitskreises verschickt. Diese Liste wird durch neue Zitate immer wieder ergänzt. Weiters haben wir auf Grund von Publikationen begonnen, eine Datenbank von erhaltenen ur­und frühgeschichtlichen Musikinstrumenten sowie bildlichen Darstellungen aufzubauen, deren Schwerpunkt auf Österreich und seinen Nachbarländern liegt, aber auch Funde anderer europäischer Länder beinhaltet. Diese Datenbank wird ein Fun­dament für künftige Forschungen sein. Ein weiteres Projekt in Planung umfasst eine Sammlung von CDs mit ur- und früh­geschichtliche Klängen.

Im September und Oktober machten wir im kleinsten Kreis un­sere ersten Versuche, aus geputzten Knochen und ausgehöhl­ten Holunderstäben Flöten und Pfeifen zu basteln, um das Prin­zip der Tonerzeugung zu ergründen. Da wir unsere Fertigkeiten im Flötenbau verbessern wollen, fand am 5. Dezember ein Truthahnkeulenessen statt, um an das begehrte Material zu kom­men.

Am 11. Oktober 2007 hielt Albin Paulus, Musiker und Musik­wissenschafter, eine Einführung in Instrumentenkunde und prä­sentierte dabei auch etliche selbstgebaute Stücke, was großen Anklang fand. Der erste offizielle Vortrag unseres Arbeitkreises fand am 10. Jänner 2008 statt. Dr. Alexandrine Eibner berichtete vor vollem Hörsaal über ihre Forschungen zum Thema „Musik­leben in der Eisenzeit“ . Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen. Er zeigte unter anderem auch auf, wie viel auf diesem Gebiet und im Speziellem dem Erklingen urgeschichtli­cher der Instrumente noch zu tun ist.

Die VortragsKonzertreihe „Musik & Archäologie“ hatte im Novem­ber 2007 mit den Themen „Feuer und Flamme“ und „Made of Wood“ im Naturhistorischen Museum erfolgreich begonnen und wird 2008 mit vier Abenden fortgesetzt werden. Die nächsten zwei Termine finden am 10. und 24. April 2008 statt. Sie sind der Metallurgie mit Kompositionen für Percussioninstrumenten und der Steinzeit mit Klängen paläolithischen Musikinstrumente ge­widmet. Mein besonderer Dank für das Zustandekommen der Reihe gilt dem Naturhistorischen Museum und dem Förderer WIENKULTUR.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 19/3, 2008, 7.

 

VortragsKonzertreihe

Musik & Archäologie

Das Konzept: Die Reihe „Musik & Archäologie“ ist in ihrer Kombination von Vorträgen über die Erkenntnisse der Ur- und Frühgeschichte der Menschheit und von Kammermusik aller Epochen neu und einzigartig auf dem Gebiet der Kulturveranstaltungen. Die Musik, das am meisten geschätzte Kulturgut Österreichs, soll hier zur höchst interessanten und spannenden Entwick­lung der Menschheit und ihrer verschiedenen kulturellen Stufen und Ausformungen verführen. In unserer schnell lebigen Zeit wird kein Gedanke mehr an die Entstehung und Weiterbildung von Lebensformen und Tech­niken, auf das unser hochtechnisiertes Dasein fußt, verschwendet. Um dieses jedoch zu verstehen und zu schätzen – nicht als selbstverständlich hinzunehmen – soll man sich der Wurzeln bewusst werden und die Erkenntnisse über die fan­tastischen Entwicklungen muss uns höchsten Respekt, Bewunderung und Verständnis abringen. Forscher aus dem Gebiet der Prähistorie und ihrer Nachbardisziplinen werden diese Aufgabe übernehmen. Musik ist ein solches Produkt der Menschheit. Sie wurde im europäischen Raum zur höchsten Kunstentfaltung gebracht und ist in ihrer einfachsten Form uralt. Neben der Aufführung traditioneller Werke sollen auch themenbezogene Neu­kompositionen und unkonventionelle Kombinationen von Instrumenten dargeboten werden. Mit „Musik & Archäologie“ wird somit Hörgenuss und Wissensvermittlung, Kultur und Bildung, an einem Abend geboten. Das Projekt ist eine Koproduktion des Naturhistorischem Museums Wien sowie der Österreichischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (Archäologie), sowie des Musik-Ensemble-Theaters und des Vereins La Prima Volta (Musik). Jährlich sollen vier Veranstaltungen, je zwei im Herbst und zwei im Frühjahr,inder Aula des Naturhistorischem Museums für Inter­essenten aller Altersschichten stattfinden.

Beate Maria Pomberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 18/3, 2007, 5.

Teilen

E-Mail - Verteiler

Terminkalender

November 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3
November 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3