Im Studienjahr 1999/2000 entfaltete der Arbeitskreis Neolithikum/frühe und mittlere Bronzezeit eine sehr rege Tätigkeit. So fanden in diesem Zeitraum acht Vorträge auf Einladung des AK statt, es waren dies Ernst Lauermann am 18. Mai 1999 über "Archäologische Forschungen in Michelstetten, NÖ. Befunde vom Mittelneolithikum bis in die Frühgeschichte", Johannes Tuzar am 27. Mai über "Die Heidenstatt bei Limberg - eine Höhensiedlung vom Neolithikum bis in die Frühgeschichte", Ernst Pucher am 8. Juni über "Archäozoologie des Neolithikums in Österreich unter besonderer Berücksichtigung der Mondseegruppe", Karina Grömer am 10. Juni über "Neues zum Neolithikum in Oberösterreich - Archäologische und zoologische Ergebnisse am Beispiel der Siedlung Leonding", Joachim Köninger am 30. November zum Thema "Die Funde von Nußdorf-Strandbad und das südwestdeutsche Neolithikum", Krzysztof Tunja am 14. Dezember 1999 über "Neueste Erkenntnisse zu den Megalithgräbern von Stonowice, Polen", Alexandra Krenn-Leeb am 18. Jänner 2000 über "Spielberg/Pielamünd - eine bevorzugte Siedlungsstelle vom Neolithikum bis zur Spätantike" und schließlich Eva Lenneis am 27. Jänner 2000 über "Neue Grabungen und jüngste Ergebnisse zum Beginn des Frühneolithikums in Ostösterreich". Sämtliche Vorträge waren durchwegs gut besucht, auch von der Möglichkeit, bei den Postkolloquien über die interessanten Ausführungen mit den Vortragenden zu diskutieren, wurde rege Gebrauch gemacht.

Im abgelaufenen Jahr wurden drei Exkursionen durchgeführt, am 10. Juni 1993 besuchte eine größere Gruppe des AK zusammen mit etlichen sonstigen Interessierten die Grabung von Peter Stadler in Brunn/Gebirge, wo wir eine umfassende Führung durch den Ausgräber bekamen, und auch einen Teil der neuesten Funde besichtigen konnten. Das gesamte Fundmaterial der neolithischen Fundstellen von Brunn/Geb. konnten wir am 8. November 1999 bei einem Besuch im Depot der PA im NHM Wien besichtigen.

Eine weitere Exkursion fand am 29. Jänner 2000 nach Vösendorf statt, wo uns Dorothea Talaa das von ihr in den letzten Jahren ergrabene Material, vor allem aus dem Mittel- und Spätneolithikum vorstellte. Die Exkursionen erfreuten sich durchwegs reger Teilnahme, wobei auch oft Gäste mit von der Partie waren.

Die Mitgliederzahl konnte im vergangenen Jahr deutlich vermehrt werden, es stießen vier neue Kollegen zu unserer Runde. Bei der AK-Sitzung im März 1999 wurden neue Sprecher gewählt: 1. Sprecherin wurde Karina Grömer, 2. Sprecher wurde Franz Pieler. In der AK Sitzung vom 12. Jänner 2000 wurde beschlossen, den Namen des Arbeitskreises von "Neolithikum/frühe und mittlere Bronzezeit" auf "Neolithikum/Bronzezeit" zu ändern, da sich in letzter Zeit verstärkt Studenten mit ausgeprägtem Interesse an der Bronzezeit zum AK gestoßen waren.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 11/3, 2000, 11.

1998 war für den AK Neolithikurn/Früh- und Mittelbronzezeit ein äußerst aktives und erfolgreiches Jahr. Ein Fixpunkt im Programm waren - wie immer - die Vorträge. Den ersten hielt am 22. 1. 1998 Dr. Blagoje Govedarica (Heidelberg) über "die äneolithischen Steinzepter. Südost- und Osteuropas", der Vortragende wurde auch am folgenden Tag von Mitgliedern des AK betreut (u. a. Besuch der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums). Zur Jahreshauptversammlung der ÖGUF am 17. 3. 1998 hatten wir die Ehre, Prof. Dr. Jacob Roodenberg (Leyden) zum Festvortrag "Ilipinar - an early farming village between Europe and the Near East" einzuladen.

Am 23. 4. 1998 berichtete Dr. Pawel Valde-Nowak (Krakow) über "die neolithische Besiedlung des Mittelgebirges in Mitteleuropa". Am darauffolgenden Tag wurde mit dem Vortragenden eine Exkursion im Raum Waldviertel, Dunkelsteinerwald und Traisental unternommen. Dabei besichtigten wir - neben einem Besuch beim Verein ASINOE in Krems - folgende neolithische und kupferzeitliche bzw. mehrphasige Fundorte: Mörtersdorf/Umfahrungsstraße, Zöbing/Koglberg, Göttweig/Hals, MeidlinglKleiner Anzingerberg, Obritzberg/Kirchhügel, Untermamau, Unterradlberg/Burgstall und Industriegebiet St. Pölten Nord sowie abschließend Franzhausen.

Schließlich informierte uns am 9. 6. 1998 Dr. Klaus Schmidt (Heidelberg) in einem Vortrag mit dem Titel "Götter und Göttinnen? Das frühneolithische Bergheiligtum von Göbekli Tepe - Südosttürkei und die Deutung ikonografischer Darstellungen dieser Zeit" über seine sensationellen Forschungsergebnisse. Aufgrund des großen Interesses erklärte er sich dankenswerterweise spontan bereit, am nächsten Nachmittag einen "Workshop" zum selben Thema abzuhalten. Im Anschluß an alle Vorträge gab es im Rahmen eines Postkolloquiums intensive Diskussionen.

Bei arbeitskreisinternen Veranstaltungen stellten am 6.5.1998 Dieta Svoboda das Material ihrer Proseminararbeit (Gruben der mittelneolithischen Stufe Ib aus Linz) und am 25.5.1998 Mag. Angela Cameiro Keramik der Stufe MOG II aus Michelstetten, welche sie im Rahmen ihrer Dissertation auswertet, vor. Auch über das Fundmaterial der Arbeiten von H. Böhm, K. Grömer und F. Pieler wurde ausführlich diskutiert. Am 4. 6. 1998 lud uns Kollege Christian Warta zu einem Filmabend über "rezente neolithische" Populationen in Papua Neuguinea (Irian Jaya) mit anschließendem indonesischen Essen ein. Über Vermittlung von K. Grömer wurde zudem Fundmaterial der älteren Chamer Kultur aus Steyregg (mit paläolithischen und mittelneolithischen "Einsprengseln"), das sich in einer Privatsammlung befmdet, restauriert und bestimmt.

Weiters wurden im Berichtsjahr zwei Exkursionen durchgeführt. Vom 9. - 12. 2 . 1998 besuchten sechs Mitglieder unserer Gruppe, gemeinsam mit einer Innsbrucker Kollegin, Museen und Fachkollegen in Niederbayern , um das dortige Material keIlllenzulemen, wobei zwei Schwerpunkte das Südostbayrische Mittelneolithikum (SOB) und die Münchshöfener Kultur waren. Nebenbei wurden berühmte Fundorte, u. a. das Erdwerk von Altheim und das bandkerarnische Gräberfeld von Aiterhofen-Ödmühle, besichtigt. Auf diesem Wege nochmals herzlichen Dank an B. Engelhardt, W. Fischer , R. Ganslmeier, H. Geisler, 1. Kreiner, Dir. Prammer, K. Riedhammer, K. Schmotz, unseren lieben Freund Christof und auch an alle namentlich nicht erwähnten Kollegen für die liebevolle Betreuung, welche diese Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis machte.

Die zweite Exkursion am 18. und 19. 6. 1998 führte uns in stark reduzierter Anzahl nach Linz, wo wir im OÖLM und im Stadtmuseum Nordico Gelegenheit zur Beschäftigung mit neolithischen und bronzezeitlichen Funden hatten, wofür wir M. Pertlwieser, V. Tovornik und E. M. Ruprechtsberger herzlich danken möchten. Zusätzlich führte uns K. Grömer zu verschiedenen Fundorten in der Umgebung (Altenberg, Pulgarn, Luftenberg etc.), wobei sich auch Gelegenheit zur Besichtigung der Sammlung Hofer (Funde der Chamer Kultur) bot.

Unsere mehr oder weniger regelmäßigen, unterschiedlich gut besuchten Arbeitskreistreffen dienten vorrangig der fachlichen Diskussion und zur Organisation der Veranstaltungen.

Oliver Schmitsberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 10/3, 1999, 1011.

Im ersten Halbjahr 1997 fanden nur zwei interne Treffen statt, da einige AK-Mitglieder an der Organisation und Durchführung der Jahrestagung der ÖGUF und des West- u. Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung (19. -24. 5.) beteiligt waren, andere wiederum grabungsbedingt selten in Wien weilten. In einem "Workshop" wurde Material aus einer Befestigung der Mondseekultur im Steyrtal besichtigt, welches von E. Schamberger als Proseminararbeit bearbeitet wird. Im zweiten Halbjahr wurden die Aktivitäten intensiviert, bei einer Sitzung im November ging es um die Konzepterstellung und Programmgestaltung (auch für 98). K. Grömer wurde zur Protokollführerin, A. Carneiro (rein prophylaktisch) zur "Sicherheitsbeauftragten" ernannt.

Folgende Vorträge wurden organisiert, die alle überdurchschnittlich gut besucht waren: Am 1.12. und 2.12. sprach Prof. Dr. Jens Lüning (Frankfurt/Main) über "Landschaftsarchäologie des Neolithikums in Deutschland" und die "Siedlungsgeschichte des Neolithikums im Rheinland" (Veranstaltungen gemeinsam mit dem Institut für Ur- u. Frühgeschichte), am 9.12. und 11.12. Prof. Dr. Henrieta Todorova (Sofia) über die Ausgrabungen auf der Insel Durankulak und die Varnakultur (Veranstaltungen gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften). Zudem wurde die Mitgliederkartei in doppelter Ausführung (aktive Studentinn/enmitglieder, interessierte Fachkollegen) neu angelegt (K. Grömer) sowie die Kontakte zu Privatsammlern und Heimatforschern verstärkt (Grömer: Mühlviertel, Schmitsberger: unteres Ennstal).

Oliver Schmitsberger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 9/3, 1998, 6.

Im Studienjahr 1996 konnten im Rahmen unseres Arbeitskreises wiederum einige Veranstaltungen organisiert werden, die regen Zuspruch fanden.

* Höhepunkt war der über fünfstündiger (!) Workshop zur Paläopathologie am 4. Juni 1996, den Prof. DDr. Michael Schultz aus Göttingen für uns zusammenstellte. Seine Thematik "Skelette erzählen: Ergebnisse paläbpathologischer Untersuchungen" fand ein gewaltiges Echo und eine bemerkenswerte Konzentrationsfähigkeit unter den Teilnehmerinnen, so daß der Workshop letztendlich nur mit Rücksicht auf Prof. Schultz nach über 5 Stunden ein Ende fand.

* Am 13. Juni 1996 präsentierte uns gemeinsam mit dem AK Eisenzeit Doz. Dr. Wolfram Schier aus Bonn einen höchst interessanten Vortrag "Zur Problematik der Aufarbeitung umfangreicher Materialien am Beispiel der Vinca-Kultur". Seine Methoden und die daraus resultierenden Ergebnisse bei der Bearbeitung gewaltiger Fundmengen wurden uns spannend erläutert und erzeugten eine gute Diskussionsbasis. Vor allem die Umsetzung der Keramik auf den PC interessierten sehr.

* Weiters veranstalteten wir im Rahmen eines kleinen Workshops einen Besuch in den Restaurierungswerkstätten des BOA im Arsenal am 12. Juni 1996, wo wir einen mittelbronzezeitlichen Keramikdepotfund aus Baumgarten an der March besichtigten. Volker Lindinger als Bearbeiter zeigte uns diesen wertvollen Befund, der im Zuge einer Grabung der Abteilung für Bodendenkmale im Herbst 1995 dokumentiert werden konnte und den er im Rahmen seiner Diplomarbeit bearbeiten wird. Über 50 Gefäße, vor allem Tassen und Töpfe, konnten in beinahe fertig restauriertem Zustand begutachtet werden. Frau Dr. Zoja Benkovsky hatte sich uns interessiert angeschlossen.

* Am 29. Oktober 1996 hielt Dr. Williarn O'Brien aus Irland einen Vortrag über "Bronze Age Copper Mining in Britain and Ireland". Am Tag davor, am 28. Oktober, konnte er im Rahmen eines Seminars von Prof. Lippert einen Workshop über "Copper Age Metallurgy in Irland" abhalten, den wir gemeinsam mit unserem AK angekündigt hatten. Die sehr gut verständlichen englischen Vorträge brachten seine Forschungen über den kupfer- und bronzezeitlichen Bergbau näher. Die  Kupfererzvorkommen beeindruckten sehr.

* Einen höchst interessanten Vortrag präsentierte uns Dr. Jochen Görsdorf aus Berlin am 18. November 1996. Seine "14C-Altersbestimmungen im Berliner 14C-Labor. Erfahrungen - Ergebnisse - Projekte aus archäologischer Sicht" setzten die uns geläufigen 14C-Daten in ein anderes, wesentlich verständlicheres Licht und so manche Ungereimtheit über diese Problematik konnte in ansprechender Weise geklärt werden. Dieser Vortrag konnte gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum, Prähistorische Abteilung (DDr. Peter Stadler), veranstaltet werden.

* Für den 28. November hatten wir Dr. Diether Kramer vom Steirischen Landesmuseum Joanneum und Mag. Jörg Obereder eingeladen, über ihre "Ersten Ergebnisse der Ausgrabungen am Wildoner Schloßberg, Steiermark (Neolithische, bronzezeitliche und eisenzeitliche Siedlungen)" zu referieren. Leider mußte Mag. Obereder der Veranstaltung wegen Krankheit fernbleiben, so daß Dr. Kramer lediglich einen Überblick über Obereders Ergebnisse vermitteln konnte.

* Während des Semesters besichtigten wir mit den jungen Studentinnen deren Proseminararbeiten, so z. B. spätneolithisches Siedlungsmaterial aus Steinbach an der Steyr (Pieslwang) in OÖ. (Elisabeth Schamberger) oder mehrheitlich frühbronzezeitliches Siedlungsmaterial von Falkenstein in NÖ. (Franz Pieler). Diese Aktivitäten sollen vor allem in den nächsten Semestern forciert werden.

Mit diesem Bericht möchte ich meine langjährige Funktion als Sprecherin des AK Neolithikum/Früh- und Mittelbronzezeit aus terminlichen Gründen beenden. Wir haben am 22. Jänner 1997 zwei Nachfolger gewählt: es sind dies Oliver Schmitsberger, der seine Diplomarbeit über den spätneolithischen Abschnittsgraben von Strögen, NÖ. verfaßt, und Heinz Gruber, der die mittelbronzezeitlichen Bestattungen in Oberösterreich aufarbeitet. Damit wären beide Zeitperioden in guten Händen aufgehoben. Bei diesem Treffen wurden auch schon einige Ideen für das heurige Studienjahr besprochen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei all jenen, die immer so zahlreich an den Treffen unseres Arbeitskreises mitgewirkt haben und hoffe, daß sie weiterhin unserem Team treu bleiben.

Alexandra Krenn-Leeb

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 8/3, 1997, 89.

Im vergangenen Jahr 1995 konnten einige geplante Aktivitäten unseres Arbeitskreises erfolgreich durchgeführt werden.

So verlebten wir drei sehr schöne Tage vom 31. 3. - 2. 4. 1995 in der SW-Slowakei, wobei wir folgendes Programm absolviert haben:
Freitag, 31. 3. 1995: Fahrt bis Nitra. Besichtigung der Akademie der Slowakischen Wissenschaften. Führung durch das Archäologische Institut (Fundmaterial von Bajc, Muzla Cenkov etc. gesehen). Besichtigung von archäologischen Fundstellen in Nitra sowie des Slowakischen Landesmuseums (Ausstellung über Funde von Ausgrabungen entlang einer Pipeline, "Kleine Schatzkammer").
Samstag, 1. 4. 1995: Ivanka pri Nitra (befestigte Badener Siedlung). Branc (bronzezeitliche Gräberfelder), Komjatice (ca. 20 FundsteIlen vom Neolithikum bis zum
Mittelalter). Nitriansky Hradok (Lengyel, Boleraz, befestigte Mad' arovce-Siedlung, Latène, Frühmittelalter und Mittelalter). Komarno (Museum). Auf Rückfahrt an Sturovo
(frühneolithische Siedlung) vorbei.
Sonntag, 2. 4. 1995: Drazovce (Eigenkirche). Jelsovce (bronzezeitliches Gräberfeld). MYtna Nova Ves (bronzezeitliches Gräberfeld). Ludanice (namengebender Fundort für späte Lengyel-Stufe). Radosina (paläolithische Höhle, äneolithische Besiedlung, Hallstattzeit, Mittelalter). Ockov (Caka-Hügelgrab, römerzeitliches Gräberfeld). Piestany (Balynologisches Museum mit zahlreichen bedeutenden ur- und frühgeschichtlichen Funden). Trnava (Museum). Bratislava (Slowakisches Nationalmuseum, Sonderausstellung über Nizna Mysl'a - Otomani-Kultur). Rückfahrt nach Wien.
Es führten uns liebenswürdigerweise Dr. Jaroslava Ruttkayova (Landesmuseum Nitra), Dr. Matej Ruttkay, Dr. Ivan Kuzma und Dr. Jozef Batora (alle Slowakische Akademie der
Wissenschaften in Nitra), so daß wir einen fundierten Einblick in eine größere und für die Ur- und Frühgeschichte sehr bedeutende Siedlungslandschaft gewinnen konnten. Überraschend war für alle 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die feudale Unterbringung im Schloß von Male Vozokany, die wir sehr zu schätzen wußten.

Einen weiteren Höhepunkt konnten wir erleben, als Jürgen Weiner M.A. aus Nideggen-Wöllersheim über die neuesten Ausgrabungsergebnisse des linearbandkeramischen Brunnens von
Erkelenz-Kückhoven (um 5100 v. Chr.) referierte und eine spannende Fundgeschichte samt den nicht minder interessanten Konstruktionsmerkmalen zu erzählen wußte (2. 5. 1995). Auch der Vortrag von Prof. Wlodzimierz Wojciechowski aus Wroclav über die Beziehungen zwischen mesolithischen und neolithischen Kulturen in Südwestpolen schnitt ein für die Forschung höchst interessantes Thema an und konnte uns in ausgezeichnetem Deutsch vermittelt werden (9. 5. 1995).

Am Freitag, dem 19. 5. 1995, lud ich zu einem Treffen unseres AK NUBZ, doch leider konnten wir lediglich zu dritt diverse Aktivitäten durchbesprechen und formulieren. Ich werde 1996 sicherlich auch wieder Treffen aushängen und würde mich freuen, wenn mehrere Studentinnen oder Interessierte daran teilnehmen könnten. Schließlich sollte man unter einem "Arbeitskreis" nicht nur einen "EinFrau/Mann-Betrieb" verstehen!

Im Oktober halfen wir bei der Durchführung und Organisation des internationalen Symposiums der ÖGUF in Poysdorf "Aktuelle Fragen des Frühen und Mittleren Neolithikums
in Mitteleuropa" (18. - 22. 10. 1995), das einen sehr guten Zuspruch hatte und zahlreiche Teilnehmerinnen verbuchen konnte.

Die Herbstvorträge beschäftigten sich mit dem heiklen Thema "Indogermanen" und wir konnten mit Dr. Jeannette Forsen (Göteburg) über das Ende der Frühen Bronzezeit in
Griechenland (Bevölkerungsbewegungen oder natürliche Katastrophen; gemeinsamer Vortrag mit der Österr. Akademie der Wissenschaften am 14. 12. 1995) und Dr. Alexander Häusler (Halle an der Saale) über Archäologie und Ursprung der Indogermanen (18. 1. 1996) auch unterschiedliche Ansätze zu dieser Problematik hören. Besonders positiv sind die zahlreichen, oft kontroversiellen Diskussionsbeiträge anzumerken sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit Frau Dr. Eva Alram-Stern, Mykenische Kommission der Österr. Akademie der Wissenschaften, die im Rahmen der Akademie den Vortrag ebenfalls ankündigte und uns einen finanziellen Zuschuß gewährte.

Im heurigen Jahr werden wir voraussichtlich einen größeren Vortrag von dem bekannten Pathologen und Anthropologen DDr. Michael Schultz von der Universität Göttingen über "Pathologie in der Urgeschichte, im speziellen in der Bronzezeit" hören. Allerdings laufen derzeit noch die Verhandlungen über die Terminvereinbarung, so daß Sie bitte nähere Informationen dem ÖGUF-Brett am Institut entnehmen können. Auch Termine über eventuelle Treffen und Workshops bitte dem ÖGUF-Brett entnehmen!

Alexandra Krenn-Leeb

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 7/3, 1996, 1314.

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