Auch im Studienjahr 2009 konnten wieder einige Vortragende ge­wonnen werden, zu den neuesten Ergebnissen ihrer Forschungen zu sprechen. Bei den beiden Veranstaltungen des Sommersemesters bildete jeweils das zeitnahe Erscheinen der entsprechenden Publi­kationen einen schönen Rahmen. Am 31. März 2009 stellte Eva Lenneis (Universität Wien) erstmals umfassend die Ergebnisse ihrer langjährigen Forschungen auf dem bandkeramischen „Sonderplatz“ Rosenburg am Kamp vor. Die Publikation erschien im Rahmen „Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie“ im Frühjahr 2009. Martina Reitberger (Landesmuseum Oberösterreich) sprach am 26. Mai über die frühbronzezeitlichen Gräber(felder) im Raum Linz, die sie im Rahmen ihrer Dissertation bearbeitet hatte und nun in der Reihe „Studien zur Kulturgeschichte Oberösterreichs“ monogra­phisch vorlegen konnte.

Im Wintersemester gewährte Eric Biermann (Universität Köln) am 17. November einen Einblick in seine noch laufenden Untersuchungen zu früh- und mittelneolithischen Steinartefakten. Das Vortragsthema „Steinerne Geröll- und Scheibenkeulenköpfe in Mitteleuropa – Aspekte zur Funktion, Herstellung, Verteilung, Typologie und Chronologie“ veran­schaulichte die vielschichtigen Betrachtungsweisen eines oftmals AK Neolithikum / Bronzezeit nur oberflächlich behandelten Artefakttyps. Dies spiegelte sich auch in der lebhaften und langen Diskussion wider, die in einem ausgiebigen Postkolloquium mündete. Den Abschluss des Studienjahres bil­dete 2010 schließlich der Vortrag von Heiner Schwarzberg am 28. Jänner zum Thema: „Kirklareli-Asagi Pinar – Neue Ansätze zum Be­ginn sesshafter Lebensweise in Südosteuropa“. Die Veranstaltungen waren ausnahmslos sehr gut besucht, was generell eine erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre darstellt und neben der entsprechenden Werbung in den Lehrveranstaltungen auch durch die durchwegs sehr hohe Qualität der Vorträge sowie die Auswahl ansprechender Themen begründet ist.

Zuletzt kann noch berichtet werden, dass es im Wintersemester zu einem Wechsel in der Leitung des Arbeitskreises Neolithikum / Bronzezeit gekommen ist. Als neuer „Chef“ konnte Jakob Maurer gewonnen werden, der mit Beginn des Sommersemesters 2010 meine Agenden übernimmt, womit die bereits angestrebte Verjüngung des AK als geglückt gelten kann.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 21/3, 2010, 5–6.

 

Die Vorträge standen im Sommersemester 2008 besonders im Zeichen des Neolithikums auf dem Balkan. Eine Einführung und einen Überblick über die aktuellen Forschungen bot Tîhomila Tezak-Gregl (Universität Zagreb) am 22. April mit dem Vortrag „Early Neolithic in Northern Croatia – from Starčevoto Korenovo“. Trotz des irrtümlich als „Karanovo“ angekündigten Titels war der Hörsaal bis fast auf den letzten Platz gefüllt. Die Ausführungen von T. Tezak-Gregl boten Anlass zu einem ausgedehnten Postkolloquium, das erst durch die Sperrstunde des Lokals beendet wurde. Einen knappen Monat später berichtete Peter Stadler (Naturhistorisches Museum Wien) über die neuesten Forschungen zu Brunn am Gebirge: „Die frühneolithische Fundstelle von Brunn am Gebirge/Wolfholz: Lokale Entwicklung oder Gründung von Zuwanderern aus dem Starcevo-Bereich?“ Auch diese Veranstaltung war äußerst gut besucht und mündete in ein Postkolloquium, bei dem lange über diesen Fragenkomplex diskutiert wurde. Den Abschluss des Themenkomplexes Balkan bildete der Vortrag auf Einladung der ÖGUF von Johannes Müller (Universität Kiel) zum „Spätneolithikum in Zentralbosnien (5300-4400 v. Chr.): Ausgrabungen in Okoliste“, wo er über die Ergebnisse des mehrjährigen Grabungsprojekts seines Instituts im Visoko-Becken in Zentralbosnien berichtete. Der im Rahmen des Postkolloquiums ausgesprochenen Ein­ladung, die Grabung zu besichtigen, konnten wir Mitte September folgen. Wir durften zwei Tage die deutsche Gastfreundschaft im Projekthaus genießen und konnten einen interessanten Einblick in die Grabungsbefunde, Ar­beitsweise und die komplexe Logistik nehmen.

Im Wintersemester, am 4. November, fand der ursprüng­lich für Juni geplante Vortrag von Philippe Della Casa (Uni­versität Zürich) über „Wege in die Alpen – Interdisziplinäre Arbeiten zur Siedlungs- und Landschaftsarchäologie des zentralen Alpenraumes“ statt. Er berichtete über die aktu­ell laufenden Arbeiten an einem interdisziplinären For­schungsprojekt zur prähistorischen Besiedlung südlich des Großen St. Bernhard in den Zentralalpen. Dieser Vortrag war ebenso wie der letzte des WS 2009, von Harald Stäuble (Landesamt für Archäologie Dresden) über „Die linienband­keramischen Funde Sachsens. Erste Ergebnisse und Stand der Eythraer Befunde“ äußerst informativ und sehr gut besucht.

Einen weiteren Schwerpunkt des Arbeitskreises, der sich noch von 2007 fortsetzte, bildete die Erstellung eines Kon­zepts zur Neuaufstellung der Neolithikum-Sammlung des Krahuletz-Museums Eggenburg. Dazu wurden zahlreiche Treffen in Wien wie auch vor Ort in Eggenburg abgehalten. Unser Konzept wurde durch den Vorstand der Krahuletz-Gesellschaft Ende 2008 genehmigt, im Laufe des Sommer­semesters soll nun die Umsetzung stattfinden.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 20/3, 2009, 5–6.

Für das Sommersemester 2007 konnten wieder einige Vortra­gende gewonnen werden. Der für 24. April vorgesehene Vortrag von Bogdan Atanassov (Department of Archaeology, New Bulgarian University) über „Durankulak – eine spätbron­zezeitliche Siedlung an der Schwarzmeerküste“ musste auf das Wintersemester verschoben werden und fand am 11. Dezem­ber 2007 statt. Am 12. Juni sprach Oliver Rück (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) über „Haus und Siedlung in bandkeramischer Zeit. Interpretation räumlicher Strukturen“. Er stellte einige seiner teilweise die aktuelle Lehrmeinung hinterfragenden Thesen vor, über die im Anschluss ausführlich und kontroversiell diskutiert wurde. Im Wintersemester fand neben dem erwähnten Vortrag von Bogdan Atanassov noch jener von Necmi Karul (Prähistorische Abteilung, Universität Istanbul) statt, der am 8. November über „Neue Forschungen zur Vorgeschichte in der Nordwesttürkei“ sprach. Die Veranstaltungen waren durchwegs gut besucht, sie bilde­ten eine interessante Ergänzung des auch sonst sehr dichtenReigens von Veranstaltungen der ÖGUF zu Themen des Neoli­thikums und der Bronzezeit.

Neben der Organisation der erwähnten Vorträge beteiligten sich Mitglieder des AK maßgeblich an den Arbeiten zur Verlagerungund Überprüfung des Inventars der prähistorischen Schausammlung des Höbarthmuseums der Stadt Horn. Aufgrund der Generalsanierung des Gebäudes mussten die Schauräume geräumt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde der gesamte Bestand durchfotografiert und die Nummern in den Inventar­büchern überprüft. Diese Tätigkeiten fanden im September und Anfang Oktober 2007 statt. Einen weiteren Schwerpunkt des Arbeitskreises im ver­gangenen Jahr, der sich noch im kommenden Jahr fortsetzen wird, war bzw. ist die Erstellung eines Konzepts zur Neuauf­stellung der Neolithikum-Sammlung des Krahuletz- Museums Eggenburg. In dieser Sache konnte der Arbeitskreis Kultur­vermittlung zur Mitarbeit gewonnen werden. In den vergangenen Jahren wurden in Eggenburg die Schau­sammlungen zu Geologie, Paläontologie sowie Paläolithikum modern und völlig neu aufgestellt, nun soll der Rest der Urgeschichtssammlung folgen, zunächst die Jungsteinzeit. Auf­bauend auf einem Rohentwurf soll vom Arbeitskreis ein Kon­zept zur zeitgemäßen Präsentation der Jungsteinzeit im Raume Horner Becken-Manhartsberg entworfen werden. Die Umset­zung sollte Ende 2008 beginnen.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 19/3, 2008, 6.

Das Sommersemester 2006 sah eine große Zahl von Vorträ­gen, zu denen unser Arbeitskreis sowie die ÖGUF einladen konnten. Es wurde dabei versucht, thematisch möglichst ei­nen Querschnitt des im Rahmen des AK behandelten Zeit­raums zu bieten, aktuelle Forschungen junger Kollegen aus den östlichen Nachbarländern sollten dabei den roten Faden bilden. Den Anfang machte am 28. März Gabriella Kulcsár vom Ar­chäologischen Institut der Ungarischen Akademie der Wis­senschaften mit einem Vortrag zum Endneolithikum und der älteren Bronzezeit im Karpatenbecken, gefolgt von Krisztián Oross (ebenfalls von der Ungarischen Akademie der Wis­senschaften) am 4. April zur Siedlungsforschung der Band­keramik in Transdanubien zwischen 1990 und 2005. Beide Vortragenden referierten über die Ergebnisse der ungarischen Rettungsgrabungen der letzten Jahre, die eine wesentliche Erweiterung der Quellenbasis der Region darstellen, und den sich daraus entwickelten Forschungsprojekten.

Am 6. April lud die ÖGUF zusammen mit dem AK Neolithi­kum / Bronzezeit zum Vortrag von Jaroslav Peška (Archäo­logisches Institut Olomouc) ein, der zum Thema „Außerge­wöhnliche Funde organischer Reste aus der Frühbronzezeit von Hulín, Mittelmähren“ sprach. Er präsentierte die neuesten Ergebnisse von Analysen der an Bronzeobjekten an­korrodierten bzw. anhaftenden organischen Reste, die teilweise als menschliche Haut erkannt werden konnten. Es ergab sich dadurch auch eine sehr schöne Überleitung zu den Veranstaltungen des im Sommersemester aus der Tau­fe gehobenen ÖGUF Arbeitskreises „Forensische Archäolo­gie“.

Der Vortragsreigen wurde durch Viktoria Kiss und Klára P. Fischl, beide vom Archäologischen Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, fortgesetzt. Auf Einladung der ÖGUF und unseres AK sprachen am 25. April Frau Kiss über „Die jüngere Frühbronzezeit in Transdanubien“ und Frau Fischl am 27. April über „Karpatenländische Tellkulturen“. Sämtliche Vorträge waren ausgezeichnet besucht, aus den Diskussionen ergaben sich gute Anknüpfungspunkte für in­ternationale Kontakte und künftige vielversprechende Koo­perationen.

Soweit zu den Tätigkeiten im vergangenen Studienjahr. Die selbstgestellten Aufgaben des Arbeitskreises liegen vor al­lem in zwei Bereichen, zum einen den Studierenden durch Organisation von Vorträgen in- und ausländischer Kollegen Einblicke in aktuelle Forschungen zu gewähren und Mög­lichkeiten zu Kontakten zu geben, und zum anderen die in­terne Kommunikation aller an den Themenkreisen Neolithi­kum/Bronzezeit Interessierten zu fördern. Ab Beginn des kommenden Sommersemesters ist deshalb geplant, monat­lich einen „Neolithikum/Bronzezeit-Stammtisch“ abzuhalten, und zwar in der „Waldviertler Botschaft“, einem geeigneten Lokal am Lichtenwerder Platz. Voraussichtlicher Termin wird jeweils der letzte Mittwoch im Monat sein, die genaue Ankündigung wird noch per e-mail über ufg-info erfolgen bzw. am Institut für Ur- und Frühgeschichte ausgehängt werden.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 18/3, 2007, 6.

Für das Sommersemester 2005 konnte Dr. Dragomir Popovici (Muzeul National de Istorie a României, Bukuresti) für einen Vortrag gewonnen werden. Unter seiner Leitung finden jährlich Forschungsgrabungen auf dem Tall Harsova im Donaudelta statt, die neben vielen archäologischen Erkenntnissen eine rie­sige Datenbasis für die Archäozoologie und Botanik geschaffen haben. Dementsprechend lautete das Thema seines am Diens­tag, dem 31. Mai 2005 gehaltenen Vortrags: „The excavations on the tell of Harsova, Romania. Results and consequences for the understanding of the Gumelnita Culture in the North Danube Region“. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, auch das Post­kolloquium erfreute sich reger Teilnahme.

Der Vortrag von Dr. Doris Mischka (Institut für Ur- und Frühge­schichte, Universität Kiel) am 10. November 2005 stellte einen neuen methodischen Ansatz zur Archäologischen Fund­stellenkartierung vor: „Die aoristische Methode in der Archäolo­gie“, die die Vortragende im Zuge ihrer Dissertation erprobt hat­te und in Wien am Beispiel neolithischer Fundstellen in Südwest­deutschland vorstellte. Auch dieser Vortrag stieß auf großes In­teresse, was sich durch eine lange und ausführliche Diskussi­on zeigte.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 17/3, 2006, 6.

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