Im vergangenen Jahr fanden wieder zahlreiche Aktivitäten des Arbeitskreises Paläolithikum statt.

Bereits am 2. Februar 2002 unternahmen wir eine Exkursion zu verschiedenen OberflächenfundsteIlen des Plateaulehmpaläolithikums im Waldviertel. Nach einer sehr interessanten Einführung über die Geologie des Waldviertels durch Dr. J. Tuzar im Krahuletz-Museum in Eggenburg begingen wir verschiedene FundsteIlen bei Wenjapons/Klein Ulrichsschlag, Oberthumeritz, Zettlitz, Wolfsbach, Primmersdorf, Autendorf und Trabersdorf. Da nicht alle Interessenten zu diesem frühen Termin Zeit hatten, wiederholten wir die Exkursion noch einmal am 8.3.2002. Das Kennenlernen von alt bekannten, aber schwer auszumachenden OberflächenfundsteIlen stieß dabei nicht nur bei Studenten, sondern auch bei älteren Kollegen auf reges Interesse.

Auf Einladung des Arbeitskreises Paläolithikum fanden auch zwei Vorträge am Institut für Ur- und Frühgeschichte statt. Am 30. Mai 2002 begeisterte uns Mag. Ulrich Simon von der Universität Tübingen mit seinen Ausführungen über die "Eiszeitkunst im Süddeutsch-Schweizerischen Jura". Dabei stellte er uns nicht nur eine Vielzahl von Kunstwerken vor, sondern erläuterte auch die Planung und Durchführung der gleichnamigen Wanderausstellung, bei der er selbst mitwirkte. Am 5. November 2002 berichtete Mag. Thomas Einwögerer von der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften über die bisherigen Ergebnisse seiner in Arbeit befindlichen Dissertation. Unter dem Titel "Langenlois - eine Jagdstation des mittleren Jungpaläolithikums", führte er den Anwesenden nicht nur die Fundgeschichte der in den sechziger Jahren ergrabenen Fundstelle vor Augen, sondern präsentierte auch die gut erhaltenen Siedlungsstrukturen, die lithischen Fundstücke sowie die Knochen- und Elfenbeinfunde. Beide Vorträge waren außerordentlich gut besucht.

Thomas Einwögerer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 14/3, 2003, 6.

Auf Einladung des Arbeitskreises Paläolithikum hielt am 9. Mai 2001 Dieter Schäfer einen Vortrag "Zur Mittelsteinzeit-Forschung am Institut für Hochgebirgsforschung der Universität Innsbruck". Im Rahmen dieses Vortrags stellte er nicht nur das neue Institut für Hochgebirgsforschung vor, sondern präsentierte auch aktuelle Ergebnisse der Grabungen auf dem Ullafelsen südwestlich von Innsbruck. Er brachte uns auch weitere, erst kürzlich durch gezielte Prospektionen entdeckte, mesolithische FundsteIlen in den Tiroler Bergen nahe. Der Vortrag war gut besucht.

Durch die Vermittlung von Gerhard Trnka konnten wir auch Tsoni Tsonev vom Archäologischen Institut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia für einen Vortrag am 13. November 2001 gewinnen. In seinem englischsprachigen Referat 'The Palaeolithic in Bulgaria" setzte er seine Themenschwerpunkte auf die Übergänge vom Alt- zum Mittelpaläolithikum und weiter zum Jungpaläolihtikum mit dem Aurignacien. Der Vortrag war sehr gut besucht.

Am 14. Dezember 2001 organisierten wir gemeinsam mit einigen Kollegen aus dem AK Neolithikum/Bronzezeit eine spontane Rohmaterialprospektion in den Schottern des Kampes. Leider verhinderte der ungewöhnlich hohe Wasserpegel des Flusses eine sinnvolle Prospektion. Nachdem wir als Ausgleich einige OberflächenfundsteIlen im Unterlauf des Kampes besucht hatten, mussten wir uns schließlich den widrigen Wetterverhältnissen geschlagen geben. Wir beendeten den Tag mit anregenden Diskussionen bei Tee und Kuchen.

Thomas Einwögerer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 13/3, 2002, 5.

Eine für das Frühjahr 2000 geplante Exkursion zu den Höhlenfundplätzen des Mittleren Murtales konnte aufgrund von Terminproblemen nicht durchgeführt werden. Sie soll jedoch 2001 nachgeholt werden. Im Juli trafen einander - wie immer - sehr viele Freunde des Arbeitskreises bei den Ausgrabungen auf der bekannten Paläolithfundstelle Stratzing. Im September und Oktober ergab sich für einige Interessierte die Möglichkeit, an der seit der Jahrhundertwende bekannten Paläolithfundstelle Krems/Hundssteig bei ersten Sondierungsgrabungen mitzuwirken.

Auf Einladung des Arbeitskreises Paläolithikum fand am 16. November 2000 ein Vortrag mit dem Titel "Aspects of french palaeolithic researchs in the way of lithic technology" am Institut für Ur- und Frühgeschichte statt. Nicolas Teyssandier, ein junger Prähistoriker aus Paris, vermittelte einen Überblick über die Geschichte der französischen Paläolithforschung sowie einen kurzen Einblick in die neuesten Forschungsvorhaben.

Thomas Einwögerer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 12/3, 2001, 11.

Im Februar des Jahres 1999 bestand für die Mitglieder des Arbeitskreises die Möglichkeit, an dem von der Prähistorischen Kommission der Akademie der Wissenschaften veranstalteten internationalen Symposium (Paläolithforschung in Österreich. Standort und Ausblick) teilzunehmen. Berichte, Teilnehmerlisten und Vortragszusammenfassungen sind unter der Web-Adresse www.oeaw.at/prehist abzurufen.

Im Frühjahr wurde dann die im Herbst 1998 begonnene "Auffrischungsarbeit" am Museum Langenlois fortgesetzt, wobei im Bereich Paläolithikum Mag. Th. Einwögerer, M. Hinterwallner und S. Mayer werkten, die spätere Ur- und Frühgeschichte wurde durch Mag. K. Grömer, K. Rebay und St. Moser bewerkstelligt. Mag. K. Grömer und K. Rebay verfertigten dann auch noch einen kleinen Kinderführer, der den Museumsbetreuerinnen bei Führungen der Schulklassen abwechslungsreiche Unterstützung bieten sollte. Die Stadt Langenlois kam für die entstandenen Spesen auf und die Mitarbeiter wurden mit Köstlichkeiten der heimischen Küche verwöhnt. Im Sommer fand im Rahmen der Grabungen Stratzing erneut ein Steinzeitabend statt, an dem die bislang nur an Kaninchen praktizierten Zerlegungs-, Grill- und Kochkünste diesmal an einem 17 kg schweren Wildschwein erprobt wurden. Die von Mag. Th. Einwögerer perfekt durchgeführte Zerlegung mit selbst gefertigten Steingeräten erstaunte sogar so manchen Jagdprofi.

Zu Beginn des Wintersemesters kam als Referent der Niederländer Alexander Verpoorte nach Wien, der über seine Studien an der Station Pavlov I berichtete. Auf Grund von Kartierungen verschiedener Rohmaterialien und Verteilung von Zusammensetzungen ("Refitting") stellte er zur Diskussion, wieweit diese ungeheure Funddichte in den Stationen der Pollauer Berge überhaupt auf große Ansiedlungen zurückzuführen seien und nicht nur Belege ständig an etwa die gleichen Plätze wiederkehrender Gruppen seien. Als Jahresausklang schließlich wurde von mehreren Teilnehmern ein Rückblick über die verschiedenen Aktivitäten wie Grabungen, Prospektionen, Ausstellungen und Reisen präsentiert.

Christine Neugebauer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 11/3, 2000, 10–11.

Parallel zu den sommerlichen Grabungen der Abteilung für Bodendenkrnale des Bundesdenkrnalamtes am Galgenberg in Stratzing, an der die meisten Mitglieder des Arbeitskreises beteiligt waren, wurden verschiedene Aktivitäten durchgeführt. So fand am 28.7.1998 anläßlich des zehnjährigen Auffmdungsjubiläurns der Statuette "Fanny" ein "SteinzeitAbend" für die interessierten Stratzinger Bewohner statt. Außer der Besichtigung der Grabungen und der Präsentation der neuesten Funde wurden von den Mitgliedern des Arbeitskreises verschiedene steinzeitliche  Techniken vorgeführt: z. B. die Herstellung von Steingeräten, das Zerlegen einer "Jagdbeute" (Kaninchen) mit diesen, die Zubereitung einer Suppe im Kochgrübchen an einer nachgebauten Feuerstelle, Braten am Reflektorstein u. a. mehr. Auch die Möglichkeit , die alte Jagdtechnik des Speerschleuderschießens selbst auszuprobieren, wurde eifrig genutzt. Leider beendete ein Regenguß die Freilichtveranstaltung, ein gemütlicher Abend im Keller beim Klang der nachgebauten paläolithischen Flöte (gespielt von Mag. B. Käfer) von Kammern/Grubgraben, Trommeln und Didjeridoo sowie "Fanny-Weinen" tröstete darüber hinweg.

Desweiteren wurden in Willendorf Aktivitäten gesetzt. So war im vergangenen Jahr das verfallene Standardprofil erneuert und überdacht worden und von einer Arbeitsgruppe um Prof. S. Verginis ein Lackprofil für das Museum in Willendorf, später auch für die Sonderausstellung in Schönbrunn (4 Millionen Jahre Mensch) erstellt worden. Dieses im Schauraum des Museums von Willendorf untergebrachte Lackprofil wurde entsprechend beschriftet bzw. durch die Anbringung von Originalfunden, die beim Zurücksetzen der Wand getätigt wurden, "lebendiger" gemacht. Für die Fundstelle selbst wurde erstmals eine Informationstafel entworfen bzw. aufgestellt und das Profil in ähnlicher Form wie beim Eiszeit-Wanderweg von Stratzing beschriftet.

Eine weitere Initiative des Arbeitskreises Paläolithikum wurde im Sommer im Museum Langenlois begonnen. Anläßlich des Studiums des dortigen reichhaltigen Fundmaterials und der zum Teil nicht mehr zeitgemäßen Beschriftungen entschloß man sich, in der Wintersaison einen Arbeitstag zur Sortierung der gesamten urgeschichtlichen Schausammlung und der weiteren deponierten paläolithischen Materialien zu widmen. Diese Arbeiten müssen im März noch fortgesetzt werden.

Christine Neugebauer-Maresch

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 10/3, 1999, 10.

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