Das Jahr 2009 kann als ein ziemlich erfolgreiches Jahr für den AK Unterwasserarchäologie betrachtet werden. Es konnten wieder zwei Vortragende gewonnen werden, und es gab eigene kleinere Projek­te. So wurde Ende April 2009 in Zusammenarbeit mit ARDIS (Mag. Karsten Wink und Dr. Klaus Pfeifer) eine Tauchprospektion im Schwarzen See (KG Satteins) durchgeführt, wobei erfolgreich das Alter des Sees ermittelt werden konnte. Weiters ließ sich die Mög­lichkeit einer alten Wegführung bestätigen. Im Juli 2009 wurde am Attersee ein Kontrolltauchgang von Mitgliedern des AK durchgeführt. Dabei ging es darum, den aktuellen Zu­stand einiger Pfahlsetzungen festzustellen sowie die eigenen taucherischen Fertigkeiten zu verbessern.

Als Referenten konnten wir im Sommersemester Preslav Peev von der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften gewinnen. Er hielt einen sehr spannenden Vortrag über die derzeitigen Projekte amSchwarzen Meer. Im Wintersemester sprach – ebenso gut besucht – Dr. Rupert Breitwieser von der Universität Salzburg über Taucher in der Antike. Leider haben wir es dieses Jahr außerhalb der Projekte nur zu einem einzigen gemeinschaftlichen Übungstauchgang an der Neuen Donau geschafft, wobei auf das Orientierungstauchen besonderer Wert gelegt wurde.

In diesem Jahr soll vor allem das gemeinschaftliche Tauchen wieder stärker forciert werden. Seit Jänner 2010 gibt es neue AK-Sprecher sowie eine neue e-mail-Adresse, die auch bei einem Wechsel der AK-Sprecher beibehalten werden soll. Die neuen AK-Sprecher sind Daniel Neubauer und Michael Konrad, die neue e-mail-Adresse lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Daniel Neubauer

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 21/3, 2010, 6.

Das vergangene Jahr 2005 stand ganz im Zeichen der Mitarbeit an dem Culture 2000 Projekt „From Underwater to Public Atten­tion“, an dem sich auch Mitglieder des AK Unterwasser­archäologie inhaltlich beteiligten. Das im Dezember abgeschlos­sene Projekt beschäftigte sich vor allem mit der Visualisierung von Unterwasserarchäologie. Dabei sind unter anderem Ent­würfe zu einem Museum für Unterwasserarchäologie, eine drei­dimensionale Computeranimation der jungsteinzeitlichen Pfahlbaustation von Keutschach am See und eine Wanderaus­stellung, die den Bogen von den jungsteinzeitlichen Pfahlbau­ten bis zu römischen Hafenanlagen spannt, entstanden. Die Ausstellung ist in einem eigens ausgebauten Seecontainer un­tergebracht und reiste von Asparn an der Zaya, wo sie bis zur Wintersperre im November zu besichtigen war, nach Hannover. Im Sommer 2006 wird sie über Umwege wieder zurück nach Österreich kommen und auch in Wien zu sehen sein (Informationen über die Reiseziele und Öffnungszeiten auf: www.underwater-to-public.org).

Am 14. August 2005 wurde gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Feuchtboden- und Unterwasserarchäologie triton im Museum für Urgeschichte im Schloss Asparn an der Zaya ein „Tag der Unterwasserarchäologie“ veranstaltet. In mehreren Stationen wurde den Besuchern das Thema näher gebracht: Kinder und Erwachsene konnten ihre Zeichenkünste unter Wasser testen, die Arbeit der Archäologen wurde durch eine in einem Zelt aufgebaute Grabungssituation verdeutlicht und durch eine Videoübertragung aus einem im Freien aufge­stellten Becken mit Tauchern live kommentiert. Auch über die verwendeten Tauchgeräte und über die Technik im Hintergrund konnte man sich informieren. Wer wollte, probierte die „Arbeits­bekleidung“ und Tauchgeräte an und aus, um die schwierigen Bedingungen der Unterwasserarchäologen selbst nachzuvollziehen.

In Wien werden wir auch 2006 unsere Bemühungen, Stadt­archäologie unter Wasser zu betreiben, fortsetzen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Untersuchung eines Brunnens im Innenhof des Hauses „Zum Roten Löwen“ in der Lacknergasse wurden 2005 weitere interessante Untersuchungsobjekte (geplant sind weitere Brunnenuntersuchungen und Tauchgänge in der Alten Donau) hierfür ausgewählt und die ersten Vorarbeiten unternommen (Informationen bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Cyril Dworsky

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 17/3, 2006, 7.

Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Feuchtboden- und Unterwasserarchäologie triton wurde im Innenhof des Hauses "Zum Roten Löwen" in der Lacknergasse in Wien Währing eine Brunnenanlage untersucht. Der ca. 34 m tiefe und 2,2 m durchmessende Brunnen wurde aus Gründen der Sicherheit zuerst ausgiebig mit einem selbstkonstruierten ferngesteuerten Videoschlitten untersucht und erst nach ausreichenden Sicherungsmaßnahmen insgesamt dreimal betaucht. Die Bauweise des Brunnens entspricht bis auf geringe Details exakt den Anweisungen der Brunnenbauer in Wien Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Die erste Erwähnung eines Besitzers des Hauses "Zum Roten Löwen" stammt ca. von 1540. Unsere Erwartungen, im Brunnen noch älteren Baubestand nachweisen zu können, wurden nicht erfüllt. Wahrscheinlich wurde der Brunnen im Zuge von Umbauten für eine geplante Großwäscherei um das Jahr 1872 vollständig neu errichtet. Das Projekt, das zeitweise auch durch Filmaufnahmen für "Subterra Incognita - Der unterirdische Wien-Film" begleitet wurde, war vor allem als Erfahrungsgrundlage für die Arbeit auf beengtem Raum unter schwierigen Bedingungen wichtig und wird vermutlich noch weitere Brunnenuntersuchungen im Wiener Stadtgebiet nach sich ziehen.

Am 9. Dezember hatten wir Ralf Bleile von der Christian-Albrechts-Universität Kiel zu Gast, der über "Amphibische Archäologie in den Binnengewässern Norddeutschlands" sprach. Besonders aufschlussreich waren seine Untersuchungen zu den Wasserstandsveränderungen der Seen in Mecklenburg-Vorpommern im Zusammenhang mit der slawenzeitlichen Nutzung von Inseln. Bei dem anschließenden Postkolloquium wurden die ersten Ideen einer Projektkooperation geboren, bei der uns die Erfahrungen der Kollegen in der Prospektion von Binnengewässern mit dem Sedimentsonar besonders nützlich sein können.

Cyril Dworsky

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 16/3, 2005, 7.

Im WS 2002/2003 wurde ein Vortrag zum Thema "Ein römischer Einbaum aus dem Klopeiner See" von Mag. Christian Stradal gehalten, in dem er über die Entdeckung und Bergung desselben informierte. Mit diesem Fund wird die Kärntner Landesgeschichte um eine Facette reicher und man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse nach der Konservierung gewonnen werden.

Einige AK-Mitglieder nahmen an der von der Uni Innsbruck (Koll. Mag. Th. Reitmaier) und der Österreichischen Gesellschaft für Feuchtboden- und Unterwasserarchäologie triton organisierten 9. Jahrestagung des Arbeitskreises für Unterwasserarchäologie vom 18.-20. Oktober 2002 in Mondsee teil. Bei dieser erstmals in Österreich abgehaltenen Tagung wurden die neuesten Ergebnisse der unterwasserarchäologischen Kollegen einem interessierten Fachpublikum präsentiert.

Christian Stradal

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 14/3, 2003, 8.

Auf Einladung des AK Unterwasserarchäologie hielt Beat Eberschweiler, Büro für Archäologie der Stadt Zürich, einen spannenden Vortrag über die spätbronzezeitliche Siedlung Böschen am Greifensee. "Vor etwa vier Jahren endete im Greifensee bei Zürich eine der grössten unterwasserarchäologischen Unternehmungen in einem Binnensee. Taucher dokumentierten ein 1048 v. Chr. erbautes, nur kurzzeitig bewohntes Dorf mit 24 Hausgrundrissen. Sie bargen dabei einmalige Holzbauteile und grosse Mengen an Fundmaterial, so beispielsweise über 2 t Keramik. Die Erhaltungsbedingungen des Bauholzes sowie die Fundlage von Vorratsgefäßen, Webgewichten, Werkzeugen und Schmuck in und bei den Häusern erlauben einen faszinierenden Einblick in Bau und Organisation eines spätbronzezeitlichen Seeuferdorfes" (aus der Vortragsankündigung).

Daneben wurde fleißig an der Erstellung eines Vortragsschemas zum Schutz bzw Sensibilisierung unterwasserarchäologischer Funstellen weitergearbeitet. Dabei gilt es, vor Heimatvereinen, Tauchschulen und anderen Vereinen das Bewusstsein für unsere jetzt unter Wasser liegende Vergangenheit zu stärken. Mittlerweile ist es in Tauchkreisen (die berühmten schwarzen Schafe ausgenommen) gang und gäbe, Fauna und Flora zu respektieren, also keine Fische zu harpunieren und Pflanzen zu rupfen. Warum unsere eigene Vergangenheit aber schonungslos geplündert wird, ist nicht verständlich. Hier wollen wir erklärend wirken.

Christian Stradal

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 12/3, 2001, 13–14.

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