Im vergangenen Jahr 1995 konnten einige geplante Aktivitäten unseres Arbeitskreises erfolgreich durchgeführt werden.

So verlebten wir drei sehr schöne Tage vom 31. 3. - 2. 4. 1995 in der SW-Slowakei, wobei wir folgendes Programm absolviert haben:
Freitag, 31. 3. 1995: Fahrt bis Nitra. Besichtigung der Akademie der Slowakischen Wissenschaften. Führung durch das Archäologische Institut (Fundmaterial von Bajc, Muzla Cenkov etc. gesehen). Besichtigung von archäologischen Fundstellen in Nitra sowie des Slowakischen Landesmuseums (Ausstellung über Funde von Ausgrabungen entlang einer Pipeline, "Kleine Schatzkammer").
Samstag, 1. 4. 1995: Ivanka pri Nitra (befestigte Badener Siedlung). Branc (bronzezeitliche Gräberfelder), Komjatice (ca. 20 FundsteIlen vom Neolithikum bis zum
Mittelalter). Nitriansky Hradok (Lengyel, Boleraz, befestigte Mad' arovce-Siedlung, Latène, Frühmittelalter und Mittelalter). Komarno (Museum). Auf Rückfahrt an Sturovo
(frühneolithische Siedlung) vorbei.
Sonntag, 2. 4. 1995: Drazovce (Eigenkirche). Jelsovce (bronzezeitliches Gräberfeld). MYtna Nova Ves (bronzezeitliches Gräberfeld). Ludanice (namengebender Fundort für späte Lengyel-Stufe). Radosina (paläolithische Höhle, äneolithische Besiedlung, Hallstattzeit, Mittelalter). Ockov (Caka-Hügelgrab, römerzeitliches Gräberfeld). Piestany (Balynologisches Museum mit zahlreichen bedeutenden ur- und frühgeschichtlichen Funden). Trnava (Museum). Bratislava (Slowakisches Nationalmuseum, Sonderausstellung über Nizna Mysl'a - Otomani-Kultur). Rückfahrt nach Wien.
Es führten uns liebenswürdigerweise Dr. Jaroslava Ruttkayova (Landesmuseum Nitra), Dr. Matej Ruttkay, Dr. Ivan Kuzma und Dr. Jozef Batora (alle Slowakische Akademie der
Wissenschaften in Nitra), so daß wir einen fundierten Einblick in eine größere und für die Ur- und Frühgeschichte sehr bedeutende Siedlungslandschaft gewinnen konnten. Überraschend war für alle 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die feudale Unterbringung im Schloß von Male Vozokany, die wir sehr zu schätzen wußten.

Einen weiteren Höhepunkt konnten wir erleben, als Jürgen Weiner M.A. aus Nideggen-Wöllersheim über die neuesten Ausgrabungsergebnisse des linearbandkeramischen Brunnens von
Erkelenz-Kückhoven (um 5100 v. Chr.) referierte und eine spannende Fundgeschichte samt den nicht minder interessanten Konstruktionsmerkmalen zu erzählen wußte (2. 5. 1995). Auch der Vortrag von Prof. Wlodzimierz Wojciechowski aus Wroclav über die Beziehungen zwischen mesolithischen und neolithischen Kulturen in Südwestpolen schnitt ein für die Forschung höchst interessantes Thema an und konnte uns in ausgezeichnetem Deutsch vermittelt werden (9. 5. 1995).

Am Freitag, dem 19. 5. 1995, lud ich zu einem Treffen unseres AK NUBZ, doch leider konnten wir lediglich zu dritt diverse Aktivitäten durchbesprechen und formulieren. Ich werde 1996 sicherlich auch wieder Treffen aushängen und würde mich freuen, wenn mehrere Studentinnen oder Interessierte daran teilnehmen könnten. Schließlich sollte man unter einem "Arbeitskreis" nicht nur einen "EinFrau/Mann-Betrieb" verstehen!

Im Oktober halfen wir bei der Durchführung und Organisation des internationalen Symposiums der ÖGUF in Poysdorf "Aktuelle Fragen des Frühen und Mittleren Neolithikums
in Mitteleuropa" (18. - 22. 10. 1995), das einen sehr guten Zuspruch hatte und zahlreiche Teilnehmerinnen verbuchen konnte.

Die Herbstvorträge beschäftigten sich mit dem heiklen Thema "Indogermanen" und wir konnten mit Dr. Jeannette Forsen (Göteburg) über das Ende der Frühen Bronzezeit in
Griechenland (Bevölkerungsbewegungen oder natürliche Katastrophen; gemeinsamer Vortrag mit der Österr. Akademie der Wissenschaften am 14. 12. 1995) und Dr. Alexander Häusler (Halle an der Saale) über Archäologie und Ursprung der Indogermanen (18. 1. 1996) auch unterschiedliche Ansätze zu dieser Problematik hören. Besonders positiv sind die zahlreichen, oft kontroversiellen Diskussionsbeiträge anzumerken sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit Frau Dr. Eva Alram-Stern, Mykenische Kommission der Österr. Akademie der Wissenschaften, die im Rahmen der Akademie den Vortrag ebenfalls ankündigte und uns einen finanziellen Zuschuß gewährte.

Im heurigen Jahr werden wir voraussichtlich einen größeren Vortrag von dem bekannten Pathologen und Anthropologen DDr. Michael Schultz von der Universität Göttingen über "Pathologie in der Urgeschichte, im speziellen in der Bronzezeit" hören. Allerdings laufen derzeit noch die Verhandlungen über die Terminvereinbarung, so daß Sie bitte nähere Informationen dem ÖGUF-Brett am Institut entnehmen können. Auch Termine über eventuelle Treffen und Workshops bitte dem ÖGUF-Brett entnehmen!

Alexandra Krenn-Leeb

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 7/3, 1996, 1314.

Im vergangenen Sommersemester 1994 konnten mehrere Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland eingeladen werden, zu speziellen Fragen des Neolithikums und der frühen Bronzezeit Vorträge zu halten. So berichteten Dr. Petre Roman, Bukarest, über das Salcuta IV- Phänomen und seine südöstlichen und ostmitteleuropäischen Beziehungen, Dr. Esther Bánffy, Budapest, über die Probleme und Kontakte der Lengyel-Kultur im transdanubischen Raum, Dr. Detlef Müller, Halle an der Saale, über das Megalithikum in Mitteldeutschland sowie Dr. Ivan Kuzma, Nitra, über seine langjährigen Grabungen in Muzla-Cenkov (Neolithikum bis Mittelalter). Im Wintersemester 1994/95 referierte Univ.- Prof. Dr. Stefan Hiller, Salzburg, über die neolithischen Ausgrabungen im bulgarischen Karanovo. Die Vorträge waren durchwegs sehr gut besucht.

Im November 1994 konnten einige wenige Mitglieder unseres Arbeitskreises eine private Exkursion nach Erkelenz, Niedersachsen, veranstalten, um den einzigen, bisher so gut erhaltenen und dokumentierten Brunnen mit Holzkastenkonstruktion der Bandkeramik (um 5.100 v. Chr.), der im Herbst 1990 entdeckt worden ist, zu studieren. Aufgrund der Faszination des Befundes ist es uns ein großes Bedürfnis gewesen, Ihnen diesen "Jahrhundertfund" bekannt zu machen. Am 2. Mai 1995 ist es nun soweit, Mag. Jürgen Weiner vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen, erklärte sich freundlicherweise bereit, uns diesen Befund zu präsentieren!

Ein ähnlich spannendes Thema - nämlich den Übergang bzw. das teilweise noch gleichzeitige Vorkommen von mesolithischen und frühestneolithischen Siedlungen - wird uns am 9. Mai 1995 Univ.-Prof. Dr. Wlodzimierz Wojciechowski, Wroclaw, für das Gebiet SW-Polens näherbringen. Ende März 1995 wollen wir im Rahmen unseres Arbeitskreises eine kleine Exkursion in die SW-Slowakei veranstalten. Aufgrund der beschränkten Teilnehmeranzahl werden die Arbeitskreis-Mitarbeiter persönlich angeschrieben und am Institut für Ur- und Frühgeschichte ein Aushang mit Anmeldeliste angeschlagen.

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 6/3, 1995, 14.

Im vergangenen Sommersemester 1993 konnten drei Vortragende aus Brno/Mähren und Hemmenhofen/Baden-Württemberg eingeladen werden. So erfuhren wir Näheres über die linearbandkeramischen Steingeräte von Frau Mag. Inna Mateiciucová und einige Hypothesen zu den astronomischen Gegebenheiten des Sternenhimmels in der Zeit des Mittleren Neolithikums von Univ.-Doz. Dr. Zdenek Weber, dessen Vortrag zu einer breiteren Diskussion geführt hatte. Sicherlich ein Höhepunkt der letztjahrigen Veranstaltungen war der didaktisch ausgezeichnete und fur die kurze Zeit umfassende Vortrag von Dr. Helmut Schlichtherle über die neuesten Untersuchungen in den jungsteinzeitlichen und fruhbronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen in Südwestdeutschland. Nach einer anregenden und interessanten Diskussion, die beinahe noch knapp eine weitere Stunde wertvolle Informationen über die südwestdeutsche Pfahlbauforschung brachte, konnten wir Herrn Dr. Schlichtherle zu einem Heurigen einladen. An das ausführliche Postkolloquium werden sich sicherlich noch die damals anwesenden Kolleginnen und Kollegen positiv erinnern.

Für das Wintersemester 1993/94 wurde eine mehrtägige Exkursion vorbereitet, die uns die Urgeschichte des Trientiner Raumes näher brachte. Am Samstag. dem 30. Oktober '93, trafen wir, d.s. 27 Teilnehmer, nach einer ganztägigen Anreise abends in Trento ein und konnten in einem angenehmen Hotel Quartier beziehen. Am Sonntag begannen wir unser ausführliches Besichtigungsprogramm mit dem Besuch des Naturhistorischen Museums von Trento, wo uns Frau Dr. Annaluisa Pedrotti, die uns das ausführliche Programm liebenswürdigerweise zusammengestellt hatte, eine informative Führung gab. So hatten wir die Gelegenheit beispielsweise die mesolithische Bestattung von Vatte di Zambana und die hervorragenden Funde von der Fundstelle von Riparo Gaban zu besichtigen. Anschließend fuhren wir ins Castel Beseno, wo wir die hervorragend gemachte Ausstellung über die Menhire des oberitalienischen Raumes besuchten, die ja von Dr. Pedrotti zusammengestellt worden war. Am späteren Nachmittag hatte ein Teil der Exkursionsteilnehmer die Gelegenheit, das gut ausgestattete und neue Depot des Museums zu besichtigen. Dr. Pedrotti zeigte uns jüngst ergrabenes Fundmaterial der Vasi-a-Bocca-quadrata-Kultur/Phasen 1-3 aus lsera la Torretta. Am Montag, dem 1. November '93, führte uns die Exkursion in den weiteren Trientiner Raum. Als erstes besuchten wir Romagnano, wo sich mehrere Siedlungsphasen vom Mesolithikum bis zur Rätischen Kultur befanden. Die 8 m mächtige Stratigraphie konnte von Renato Perini 1968 ergraben werden. Leider bereits durch ein Basaltwerk abgebaut war die FundsteIle der dritten Phase der Vasi-a-Bocca-quadrata-Ku1tur von Isera la Torretta bei Rovereto, deren Fundmaterial am Vortag gezeigt worden war. Trotz Nieselregens konnten wir am Nachmittag die zwei berühmten frühbronzezeitlichen Feuchtbodensiedlungen von Ledro und Fiave besichtigen und teilweise durchwandern. Es war auf jeden Fall ein sehr authentischer Eindruck, den beide FundsteIlen bei den Exkursionsteilnehmern hinterließen. Den Abreisetag am Dienstag nutzten wir noch zur Besichtigung der für die Gaban-Kultur namengebenden Fundort Riparo Gaban. Hier konnten wir eine Stratigraphie vom Mesolithikum bis rur Mittelbronzezeit bewundern. Obwohl das Wetter teilweise etwas freundlicher hätte sein können, haben wir in den zwei Besichtigungstagen dank der hervorragenden Betreuung seitens Dr. Annaluisa Pedrotti sehr viel lernen und erfahren können.

Alexandra Krenn-Leeb

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 5/3, 1994.

Mo 16.11.92, 18 c.t., Hörsaal 7*
Dr. Jozef Batorá, Nitra: "Frühbronzezeitliche Gräberfelder in Jelsovce (SW-Slowakei)"

Mo 14.12.92, 18 c.t., Hörsaal 7*
Dr. Maria Teschler-Nicola, Wien: "Zur Anthropologie der Bronzezeit im Osten Österreichs"

Mo 11.1.93, 18 c.t., Hörsaal 7*
Dr. Dorothea Talaa, Perchtoldsdorf: "Die neolithische und frühbronzezeitliche Besiedlung von Perchtoldsdorf"

Mo 25.1.93, 18 c.t., Hörsaal 7*
Dr. Milan Licka, Prag: "Experimentelle Archäologie zur prähistorischen Keramiktechnologie mit Schwerpunkt Neolithikum"

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 3/5, 1992, 2.

Mo 1.6.92, 18.30, 3./4. Stock
Dr. Jaroslav Peska: "Vorbericht über das größte Proto-Aunjetitzer-Gräberfeld in Pavlov in Mähren"

Mo 15.6.92, 18.30, 3./4. Stock
Dr. Michaela Lochner und Mag. Jörg Obereder: "Zum Forschungsstand der Mondsee-Kultur"

Do 18.6.92 - Fr 19.6.92
Exkursion des Mittelalterarbeitskreises und des Arbeitskreises für Neolithikum und Früh-/Mittelbronzezeit
Do 18.6. Besichtigung der Oberosterreichischen Landesausstellungen in Schlägl "Bauern - Unser Leben, unsere Zukunft" (OÖ Landesausstellung) mit Besichtigung der Sternschanze in Oberhaag/Aigen. Übernachtung in Straubing
Fr 19.6. Besichtigung der Bayerischen Landesausstellung "Bauern in Bayern von der Römerzeit bis zur Gegenwart" und der Sonderausstellung im Gäubodenmuseum "Die Bauern vom
Neolithikum bis zur Römerzeit".
Voraussichtliche Kosten (incl. Buskosten, Übernachtung und Eintrittsgelder): ÖS 1000.- (ÖS 700.- für Studenten). Schriftliche Anmeldung bis spätestens Di, den 9.6.92 (beschränkte Teilnehmerzahl!) !!!!!

Für unsere Mitglieder aus Westösterreich sei darauf hingewiesen, daß der Verein "Freunde der Urgeschichtsforschung in Tirol" am So 28.6.92 eine Busexkursion nach Straubing zu den Ausstellungen "Die Bauern vom Neolithikum bis zur Römerzeit (Gäubodenmuseum) und zur Bayerischen Landesausstellung veranstaltet. Nähere Auskünfte unter
der Telefonnummer 0512/43391.

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 3/4, 1992, 1–2.

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