Parallel zu den sommerlichen Grabungen der Abteilung für Bodendenkrnale des Bundesdenkrnalamtes am Galgenberg in Stratzing, an der die meisten Mitglieder des Arbeitskreises beteiligt waren, wurden verschiedene Aktivitäten durchgeführt. So fand am 28.7.1998 anläßlich des zehnjährigen Auffmdungsjubiläurns der Statuette "Fanny" ein "SteinzeitAbend" für die interessierten Stratzinger Bewohner statt. Außer der Besichtigung der Grabungen und der Präsentation der neuesten Funde wurden von den Mitgliedern des Arbeitskreises verschiedene steinzeitliche  Techniken vorgeführt: z. B. die Herstellung von Steingeräten, das Zerlegen einer "Jagdbeute" (Kaninchen) mit diesen, die Zubereitung einer Suppe im Kochgrübchen an einer nachgebauten Feuerstelle, Braten am Reflektorstein u. a. mehr. Auch die Möglichkeit , die alte Jagdtechnik des Speerschleuderschießens selbst auszuprobieren, wurde eifrig genutzt. Leider beendete ein Regenguß die Freilichtveranstaltung, ein gemütlicher Abend im Keller beim Klang der nachgebauten paläolithischen Flöte (gespielt von Mag. B. Käfer) von Kammern/Grubgraben, Trommeln und Didjeridoo sowie "Fanny-Weinen" tröstete darüber hinweg.

Desweiteren wurden in Willendorf Aktivitäten gesetzt. So war im vergangenen Jahr das verfallene Standardprofil erneuert und überdacht worden und von einer Arbeitsgruppe um Prof. S. Verginis ein Lackprofil für das Museum in Willendorf, später auch für die Sonderausstellung in Schönbrunn (4 Millionen Jahre Mensch) erstellt worden. Dieses im Schauraum des Museums von Willendorf untergebrachte Lackprofil wurde entsprechend beschriftet bzw. durch die Anbringung von Originalfunden, die beim Zurücksetzen der Wand getätigt wurden, "lebendiger" gemacht. Für die Fundstelle selbst wurde erstmals eine Informationstafel entworfen bzw. aufgestellt und das Profil in ähnlicher Form wie beim Eiszeit-Wanderweg von Stratzing beschriftet.

Eine weitere Initiative des Arbeitskreises Paläolithikum wurde im Sommer im Museum Langenlois begonnen. Anläßlich des Studiums des dortigen reichhaltigen Fundmaterials und der zum Teil nicht mehr zeitgemäßen Beschriftungen entschloß man sich, in der Wintersaison einen Arbeitstag zur Sortierung der gesamten urgeschichtlichen Schausammlung und der weiteren deponierten paläolithischen Materialien zu widmen. Diese Arbeiten müssen im März noch fortgesetzt werden.

Christine Neugebauer-Maresch

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 10/3, 1999, 10.

Zielsetzung des Arbeitskreises:

Entsprechend den bereits seit mehreren Jahren bestehenden Arbeitskreisen Neolithikum und Bronzezeit, Eisenzeit usw. wurde 1995 auch für den ältesten Abschnitt der Urgeschichte - der Altsteinzeit - eine derartige Einrichtung gegründet. Der in letzter Zeit erfreulicherweise steigenden Zahl der an der Eiszeitforschung interessierten Studenten soll eine breitere Möglichkeit der Fortbildung und ein Einstieg in aktuelle Probleme ermöglicht werden. Gerade die Forschungen zu diesem Thema verlangen vermehrt interdisziplinäre Kenntnisse. Zudem in Österreich nur sehr wenige Forscher mit dieser Problematik beschäftigt sind, zeigt sich die Wichtigkeit internationaler Kontakte.

Schwerpunkt soll allerdings nicht in der Vortragstätigkeit liegen, sondern in der praktischen Tätigkeit, die den Teilnehmern eine direkte Diskussionsbasis aktueller Bearbeitungen und damit auch Hilfestellungen untereinander bieten soll. Zu einem der vordringlichsten Probleme, auf die jeder, der Steingeräte bearbeitet, unweigerlich stößt, zählt die Rohmaterialfrage. Durch Workshops mit entsprechenden Fachleuten und den Aufbau einer Studiensammlung soll versucht werden, einen aktuellen, von der modernen Forschung vertretbaren Rahmen von Ansprache des Rohmaterials bis zur Lagerstättenkunde zu erstellen. Weiters sind Exkursionen zu Fundstellen geplant, deren Zustand im Sinne des Denkmalschutzes auf Musterblättern festgehalten werden soll.

Bisherige Aktivitäten:

Im abgelaufenen Jahr 1995 wurde im Juli in Stratzing ein Refittingspraktikum durchgeführt, an dem zwei bis vier Mitglieder des Arbeitskreises teilnahmen. Wie schon in den Jahren zuvor stand es unter der Leitung von Dr. G. Albrecht, der mit Tübinger Studenten die Zusammensetzungen der Steingeräte von Stratzing weiterführte. Die Bilanz der fast dreiwöchigen Arbeiten fällt ausgesprochen wertvoll aus: schließlich konnten die Verbindungen von 5 Feuerstellen untereinander belegt werden.

In dieser Zeit wurde auch die Fundstelle Krems - Wachtberg eingehend begangen und fotografiert, weiters ein 8 m hohes Profil an der östlichen Wand der Schießstattgasse, genau in der Hälfte zwischen den Stationen Hundssteig und Wachtberg erstellt bzw. dokumentiert.

Im Verlaufe des vergangenen Semesters waren bei den einmonatigen Treffen jeweils 7 bis 8 Interessierte zugegen, insgesamt besteht der Kreis inzwischen aus 12 direkt Beteiligten. Zunächst sollte jeder Teilnehmer dabei nach Möglichkeit seine eigene Arbeit bzw. die damit zusammenhängenden Problemkreise in Referats- und Diskussionsform, mit entsprechenden Fundmaterialien einbringen. Aus diesen Runden werden die weiteren Interessensschwerpunkte entwickelt.

Dr. Christine Neugebauer-Maresch

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 7/3, 1996, 12–13.

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